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DAX kämpft nach starkem Vortag, Gold verzeichnet bedeutende Gewinne

Auf einen Blick
- •Der DAX-Index fiel nach anfänglichen Gewinnen um 0,15 %.
- •Die Goldpreise stiegen stark und näherten sich Rekordhöhen über 3.700 Dollar pro Unze.
- •Die Übernahme von Scout24 führte zu einem Rückgang des Aktienkurses um 5,9 %.
- •Stabilus kündigte Stellenabbau zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit an.
- •Der Euro setzte seinen Rückgang gegenüber dem US-Dollar fort.
Marktanalyse
Der deutsche DAX-Index konnte seine Dynamik vom Vortag nicht halten und verzeichnete am Freitag einen leichten Rückgang. Nach einem positiven Start fiel der Index am frühen Nachmittag und verlor letztlich 0,15 %, um bei 23.639 Punkten zu schließen. Dies setzt den seit Wochen beobachteten Seitwärtstrend fort. Trotz der starken Gewinne am Donnerstag nach den Zinssenkungen in den USA blieb der DAX für die Woche stagnierend. Neue Rekorde an der Wall Street boten im Verlauf des Handels keine wesentliche Unterstützung. Im Gegensatz dazu verzeichnete der MDAX, der mittelgroße Unternehmen umfasst, einen deutlichen Rückgang von 0,9 % auf 30.195 Punkte. Der Euro Stoxx 50, der führende Index für die Eurozone, erzielte hingegen einen leichten Gewinn von 0,2 %.
Unternehmensentwicklungen
Das Interesse der Investoren richtete sich auf ein geplantes Gespräch zwischen dem US-Präsidenten Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Dieses Gespräch könnte die Zukunft der Social-Media-Plattform TikTok beeinflussen und die aktuellen Handelskonflikte zwischen den beiden Ländern entschärfen. Es besteht die Möglichkeit, dass dieser Dialog zu einem persönlichen Treffen führt, bei dem umfassendere Themen wie geopolitische Angelegenheiten, Handelsbarrieren und mögliche chinesische Aufträge für Boeing-Flugzeuge besprochen werden könnten.
In Unternehmensnachrichten setzte der kürzlich von Continental abgespaltene Automobilzulieferer Aumovio seine gute Performance am zweiten Handelstag fort. Analysten von Deutsche Bank und UBS haben positive Bewertungen abgegeben, und Continental plant auch den Verkauf seiner Contitech-Sparte. Zuvor hatte Continental seine Antriebssparte Vitesco abgespalten, die inzwischen mit der Schaeffler-Gruppe fusioniert wurde. Die Aktien von Scout24 fielen um 5,9 % nach der Übernahme der spanischen Online-Immobilienplattformen Fotocasa und Habitaclia für 153 Millionen Euro. Die Übernahme wird durch Barmittel und bestehende Kreditlinien finanziert. Bemerkenswert ist, dass Scout24 am kommenden Montag vom MDAX in den DAX wechseln wird. Die Aktien von Ströer erholten sich von anfänglichen Verlusten, nachdem das Unternehmen seine Jahresziele gesenkt hatte, was die Markterwartungen für seine Betriebsergebnisse 2025 um 5 % reduzieren könnte, so JPMorgan-Analyst Marcus Diebel. Trotz dessen bleibt Diebel optimistisch in Bezug auf Ströers Wachstumspotenzial in der Außenwerbung. Stabilus, ein weiterer Automobilzulieferer, kündigte den Abbau von 450 Arbeitsplätzen im Rahmen eines Kostensenkungsprogramms zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit an. Obwohl diese Umstrukturierung die aktuellen Gewinne beeinträchtigen wird, bleibt CEO Michael Büchsner zuversichtlich, die Unternehmensziele zu erreichen. Die Nachricht wurde vom Markt schlecht aufgenommen, die Aktien fielen im SDAX-Index um 2,8 %. Die Norma Group verzeichnete einen Anstieg ihres Aktienkurses um 5,3 %, da sich die Anlegerstimmung nach Verhandlungen über den Verkauf ihres Wassermanagement-Geschäfts verbesserte.
Währungen und Rohstoffe
Der Euro setzte seinen Abwärtstrend fort und notierte am Nachmittag bei 1,1759 Dollar, nachdem er zuvor fast 1,18 Dollar erreicht hatte. Dieser Rückgang folgt einem kurzen Anstieg auf 1,1919 Dollar nach der Zinssenkung der US-Notenbank. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1736 Dollar fest, verglichen mit 1,1818 Dollar am Vortag, wobei der Dollar 0,8520 Euro kostete. Im Gegensatz dazu stiegen die Goldpreise erheblich, wobei das Edelmetall einen Rekordpreis von über 3.700 Dollar pro Unze erreichte. Am Freitag wurde Gold bei 3.674 Dollar pro Unze gehandelt, ein Anstieg von 0,95 % gegenüber dem Vortag. In Euro ausgedrückt stiegen die Goldpreise um 1,3 %. Insgesamt bleibt der Markt vorsichtig, da die Investoren die internationalen Handelsgespräche und die sich entwickelnde globale Wirtschaftslage im Auge behalten.
