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EU-Gipfel: Überdenken des wirtschaftlichen Protektionismus

Auf einen Blick
- •EU-Führer diskutieren die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit auf einem Gipfel in Belgien.
- •Die Buy European-Initiative zielt darauf ab, lokale Industrien zu schützen.
- •Der Industrial Accelerator Act könnte einen Wandel hin zum Protektionismus bedeuten.
- •Stéphane Séjourné plädiert für eine stärkere europäische Präferenz in Schlüsselbranchen.
Debatte über die Zukunft der EU-Wirtschaftspolitik
Bei einem bedeutenden Treffen auf Schloss Alden Biesen in Belgien führen europäische Staats- und Regierungschefs Gespräche über die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU. Dieser Gipfel, der mit der Agenda von Friedrich Merz von der Christlich Demokratischen Union (CDU) übereinstimmt, zielt darauf ab, die wirtschaftlichen Hürden der EU anzugehen. Der Fokus liegt auf der Reduzierung von Bürokratie, der Senkung der Energiekosten und der Erhöhung der Kapitalverfügbarkeit Schlüsselpunkte, die der deutsche Kanzler seit langem befürwortet. Allerdings hat das Ereignis eine unerwartete Wendung genommen mit der Einführung eines umstrittenen Themas: der möglichen Hinwendung der EU zum wirtschaftlichen Protektionismus. Dieser Schritt wird durch die Handelspolitik der Vereinigten Staaten und Chinas industrielle Überkapazitäten angetrieben. Die vorgeschlagene Buy European-Initiative zielt darauf ab, lokale Unternehmen in bestimmten Sektoren zu priorisieren. Diese Politik schlägt vor, dass ein Teil der Regierungsaufträge und -unterstützungen europäische Produkte vorschreiben sollte, wobei Quoten für Unternehmen festgelegt werden, um Materialien aus der EU zu beziehen.
Einführung des Industrial Accelerator Act
Stéphane Séjourné, der EU-Industriekommissar, plant, am 25. Februar den Industrial Accelerator Act vorzustellen. Dieser Vorschlag könnte eine entscheidende Veränderung für die EU bedeuten, die historisch freien Handel und offene Märkte gefördert hat. In einem Gastbeitrag für das Handelsblatt betonte Séjourné die Notwendigkeit mutiger Maßnahmen, die aus Angst oder Ideologie vermieden wurden. Er plädiert für die Etablierung einer klaren europäischen Präferenz in strategisch wichtigen Industrien. Diese potenzielle Verschiebung hebt eine wachsende Spannung innerhalb der EU hervor zwischen der Aufrechterhaltung offener wirtschaftlicher Beziehungen und dem Schutz der heimischen Industrien. Während die Diskussionen fortgesetzt werden, wird die Herausforderung darin bestehen, diese Prioritäten auszubalancieren, um sowohl Innovation als auch wirtschaftliche Sicherheit zu unterstützen.
