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KI-Investitionen belasten Microsofts Gewinne trotz starker Umsätze

Auf einen Blick
- •Microsofts Umsatz stieg um 17 % auf 81,3 Milliarden US-Dollar und übertraf die Erwartungen der Analysten.
- •Der Gewinn pro Aktie wurde durch Gewinne aus OpenAI-Investitionen um 1,02 US-Dollar gesteigert.
- •Das Azure-Wachstum verlangsamte sich, was Fragen zur Effizienz der KI-Ausgaben aufwirft.
- •Die Investitionsausgaben stiegen um 66 %, was Bedenken hinsichtlich des Kostenmanagements aufwirft.
Microsoft hat kürzlich seine Quartalsergebnisse gemeldet und ein komplexes Szenario offenbart, in dem erhebliche Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) zu erhöhten Kosten führten, die das starke Umsatzwachstum überschatten. Trotz der Übertreffung der Analystenerwartungen sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn geriet die Aktie des Unternehmens unter Druck aufgrund von Bedenken über KI-Ausgaben und langsamer als erwartetem Cloud-Wachstum.
Marktanalyse
Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse des zweiten Quartals erlebte die Microsoft-Aktie erhebliche Volatilität. Der Technologieriese meldete einen Umsatzanstieg von 17 % auf 81,3 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn pro Aktie von 5,16 US-Dollar, deutlich über den Markterwartungen. Ein bemerkenswerter Faktor war der Beitrag aus seiner Beteiligung an OpenAI, der 1,02 US-Dollar pro Aktie zu seinem Gewinn hinzufügte. Allerdings schnitt das Cloud-Geschäft, ein wichtiger Wachstumstreiber für Microsoft, nicht so robust ab wie erwartet. Die Azure-Umsätze stiegen insgesamt um 39 %, übertrafen kaum die Konsensschätzungen, aber die Wachstumsrate verlangsamte sich um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Vorquartal. Für das laufende Quartal prognostiziert Microsoft ein Azure-Wachstum zwischen 37 % und 38 %, was den Analystenprognosen entspricht.
Investitionsbedenken
Investoren sind besonders besorgt über Microsofts aggressive Investitionen in KI, die zu einem Anstieg der Investitionsausgaben auf 37,5 Milliarden US-Dollar führten, ein Anstieg von 66 % gegenüber dem Vorjahr. Dieser Ausgabenschub übertraf das Umsatzwachstum und warf Fragen zur Effizienz dieser Investitionen auf. Eric Clark, Portfoliomanager bei LOGO ETF, hob das Ungleichgewicht hervor und bemerkte, dass die Umsätze um 17 % stiegen, während die Kosten um 19 % zunahmen. Morgan Stanley-Analyst Keith Weiss äußerte ähnliche Bedenken und stellte die Rendite dieser Investitionen in Frage. Da das Azure-Wachstum nachlässt, fragt sich die Finanzgemeinschaft, ob diese erheblichen Ausgaben effektiv genutzt werden. Als Reaktion darauf betonte Microsoft CFO Amy Hood, dass ein erheblicher Teil der neuen Cloud-Kapazität auf interne Projekte gerichtet ist, insbesondere KI-Initiativen wie Copilot. Sie schlug vor, dass, wenn diese Kapazitäten vollständig dem Azure-Geschäft zugerechnet würden, das berichtete Wachstum höher gewesen wäre.
Langfristige Auswirkungen
Der breitere Markt bleibt skeptisch gegenüber den langfristigen Vorteilen von Microsofts erheblichen Verpflichtungen gegenüber OpenAI, die jetzt 45 % des gesamten Auftragsbestands des Unternehmens von 625 Milliarden US-Dollar ausmachen. Die zugesagten Investitionen belaufen sich auf bis zu 281 Milliarden US-Dollar, was Bedenken aufwirft, ob diese Verpflichtungen letztendlich mehr Vorteile als Belastungen bringen werden. Am Tag der Veröffentlichung der Ergebnisse zeigte die Microsoft-Aktie einen moderaten Anstieg von 0,22 % auf 481,6 US-Dollar an der NASDAQ, was gemischte Anlegerstimmung widerspiegelt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Microsoft zwar weiterhin starke finanzielle Leistungen zeigt, seine aggressiven KI-Investitionen und das langsamere Cloud-Wachstum jedoch erhebliche Herausforderungen und Unsicherheiten darstellen. Während das Unternehmen diese Komplexitäten navigiert, könnte sein zukünftiger Erfolg davon abhängen, Innovation mit finanzieller Disziplin in Einklang zu bringen.
