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Olaf Scholz Befürwortete LNG-Terminals Lange Vor Dem Ukraine-Konflikt

Auf einen Blick
- •Olaf Scholz förderte LNG-Terminals vor dem Ukraine-Konflikt.
- •Deutschlands Abhängigkeit von russischem Gas wurde von Scholz als Fehler angesehen.
- •Die Nord Stream 2 stieß auf internationale Kritik und wurde wegen des Krieges gestoppt.
- •Scholz' Initiativen halfen Deutschland, sich von russischem Gas abzuwenden.
Olaf Scholz, ehemaliger Bundeskanzler von Deutschland, sagte kürzlich vor einem Ausschuss in Schwerin bezüglich der umstrittenen Nord Stream 2-Pipeline aus. In seiner Aussage enthüllte Scholz, dass er sich Jahre vor Russlands Invasion in die Ukraine für den Bau von LNG-Terminals (Flüssigerdgas) entlang der deutschen Küste eingesetzt hatte. Sein Ziel war es, Deutschlands Energieabhängigkeit von Russland zu verringern, indem er die Energiequellen diversifizierte. Während der Ausschusssitzung drückte Scholz sein Bedauern über Deutschlands starke Abhängigkeit von russischem Gas aus und bezeichnete dies als Fehler. Er betonte die Bedeutung einer LNG-Infrastruktur neben traditionellen Pipelinesystemen und nannte Belgien als Beispiel für ein Land, das erfolgreich beides umgesetzt hat. Scholz' Bemühungen zur Förderung der LNG-Infrastruktur gehen auf seine Amtszeit als Bürgermeister von Hamburg zurück, wo er sich für eine einfachere Errichtung solcher Terminals einsetzte. Als Mitglied der Bundesregierung setzte er diese Bemühungen fort, was letztlich zur Förderung von Projekten in Brunsbüttel, Stade und Wilhelmshaven führte. Diese Initiativen waren entscheidend für Deutschlands schnellen Ausstieg aus russischem Gas nach dem Ausbruch des Konflikts in der Ukraine im Jahr 2022.
Warnungen und Sanktionen
Die Nord Stream 2-Pipeline, die Ende 2021 fertiggestellt wurde, aber aufgrund des Ukraine-Kriegs nie in Betrieb ging, stieß auf internationale Kritik und Warnungen. Osteuropäische Länder und die Vereinigten Staaten äußerten Bedenken über die Pipeline, wobei die USA 2020 sogar mit Sanktionen gegen beteiligte Unternehmen drohten. Als Reaktion darauf gründete das Land Mecklenburg-Vorpommern eine Stiftung, um den Abschluss der Pipeline unter rechtlichem Schutz zu erleichtern. Die Stiftung erhielt erhebliche finanzielle Beiträge von der Nord Stream 2 AG, einer Tochtergesellschaft von Russlands Gazprom, was Fragen über möglichen russischen Einfluss aufwarf. Der Ausschuss untersucht die Ursprünge dieser Stiftung und ob externe Druckmittel im Spiel waren.
Reaktion der Regierung
Scholz, der zu dieser Zeit Vizekanzler und Finanzminister war, versuchte mit den USA zu verhandeln, um Sanktionen abzuwenden, und schrieb sogar einen Brief an den damaligen US-Finanzminister Steven Mnuchin. Trotz dieser Bemühungen ging die Pipeline nicht in Betrieb. Als Kanzler stellte Scholz sicher, dass der Betrieb von Nord Stream 2 nach Russlands Aggression gegen die Ukraine gestoppt wurde. Im September 2022 erlitten sowohl Nord Stream 1 als auch 2 erhebliche Schäden durch Explosionen, wobei der Verdacht auf mehrere ukrainische Personen fiel. Diese laufende Untersuchung fügt der Energiedebatte in Deutschland eine weitere Komplexitätsebene hinzu. Der Schweriner Ausschuss hat mehrere ehemalige hochrangige Beamte angehört, darunter Ex-Kanzler Gerhard Schröder, der die Pipeline als entscheidend für die Bereitstellung von günstigem russischem Gas verteidigte. Unterdessen gab Sigmar Gabriel, ehemaliger Minister für Wirtschaft und Energie, zu, Wladimir Putins Absichten unterschätzt zu haben, und nannte dies einen großen Fehler in der deutschen Außenpolitik. Die Entwicklungen unterstreichen die komplexen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, denen Deutschland gegenübersteht, während es seine Energiezukunft in einer sich schnell verändernden globalen Landschaft navigiert.
