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Wirtschaftliche Auswirkungen von Sabotage und Spionage auf die deutsche Wirtschaft

Auf einen Blick
- •Wirtschaftlicher Schaden durch Sabotage und Spionage in Deutschland erreichte 300 Milliarden Euro.
- •Russland und China sind Hauptquellen dieser Angriffe.
- •Cyberangriffe machen 70 % der gesamten wirtschaftlichen Auswirkungen aus.
- •Unternehmen erhöhen Investitionen in Cybersicherheit, aber es ist mehr nötig.
Wirtschaftliche Auswirkungen von Sabotage und Spionage auf die deutsche Wirtschaft
Eine aktuelle Studie des deutschen IT-Branchenverbands Bitkom hat ergeben, dass Sabotage und Spionage der deutschen Wirtschaft erheblichen finanziellen Schaden zugefügt haben, der sich im vergangenen Jahr auf rund 300 Milliarden Euro beläuft. Diese Zahl stellt einen Anstieg von 8 % gegenüber dem Vorjahr dar und unterstreicht die wachsende Bedrohung durch diese Aktivitäten. Die Studie, die über 1.000 Unternehmen aus verschiedenen Sektoren befragte, ergab, dass viele der Angriffe aus Russland und China stammen. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst betonte die reale und gegenwärtige Gefahr des hybriden Krieges, der von ausländischen Staaten geführt wird und in Deutschland zur täglichen Realität wird. Während sich Russland auf diverse Sabotagetaktiken konzentriert, ist China laut Sinan Selen, Vizepräsident des deutschen Inlandsgeheimdienstes, stärker in die Wirtschaftsspionage involviert.
Steigende Bedrohungen und wirtschaftliche Folgen
Etwa 87 % der Unternehmen berichteten, im letzten Jahr Ziel von Angriffen gewesen zu sein, wobei 46 % mindestens einen Angriff aus Russland und ein ähnlicher Anteil aus China identifizierten. Die Studie verzeichnete auch einen signifikanten Anstieg der Zuschreibung von Angriffen an ausländische Geheimdienste, der von 20 % im letzten Jahr auf 28 % in diesem Jahr stieg. Trotz dieser Herausforderungen bleibt die organisierte Kriminalität die häufigste Quelle für cyberkriminelle Aktivitäten und ist für 68 % der Vorfälle verantwortlich. Cyberangriffe sind besonders schädlich und machen 70 % der gesamten wirtschaftlichen Auswirkungen aus, was etwa 202 Milliarden Euro entspricht. Ransomware-Angriffe, die Daten verschlüsseln und ein Lösegeld für deren Freigabe fordern, stellen eine erhebliche Bedrohung dar und betreffen 34 % der Unternehmen, von denen einige das Lösegeld zahlen. Fast 60 % der Unternehmen empfinden Cyberangriffe als ernsthafte existenzielle Bedrohung.
Verbesserung der Cybersicherheitsmaßnahmen
Als Reaktion auf diese wachsenden Bedrohungen erhöhen Unternehmen ihre Investitionen in die Cybersicherheit. Der Anteil der IT-Budgets, der für Sicherheitsmaßnahmen vorgesehen ist, ist auf 18 % gestiegen. Wintergerst und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfehlen jedoch, dass Unternehmen mindestens 20 % ihrer IT-Budgets für Sicherheit aufwenden sollten, um sich angemessen gegen diese Bedrohungen zu schützen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer robusten Verteidigungsstrategie gegen Cyber- und Spionagebedrohungen sowie die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit bei der Bewältigung und Minderung dieser Risiken. Da die wirtschaftlichen Auswirkungen weiter zunehmen, müssen Organisationen wachsam und proaktiv bleiben, um ihre digitalen Vermögenswerte und Infrastrukturen zu schützen.
