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Europäische Autohersteller stehen 2026 vor Herausforderungen, aber einige Aktien bleiben stark

Auf einen Blick
- •Die europäische Automobilindustrie steht 2026 vor gemischten Aussichten.
- •Chinesische Hersteller erhöhen den Wettbewerb und drücken auf die Margen.
- •UBS stuft Stellantis auf 'Kaufen' hoch; BMW bleibt ein Favorit.
- •Renault wird aufgrund von Margendruck auf 'Verkaufen' herabgestuft.
- •Selektive Investitionen sind entscheidend aufgrund fehlender klarer Wachstumstreiber.
Die europäische Automobilindustrie geht mit einer Mischung aus Herausforderungen und Chancen in das Jahr 2026. Während der Sektor strukturellen Gegenwinden ausgesetzt ist, darunter zunehmender Druck durch chinesische Hersteller, bleiben bestimmte Aktien aufgrund hoher Dividenden und günstiger Bewertungen attraktiv.
Laut einem aktuellen Bericht von UBS ist die rasche Expansion chinesischer Autohersteller ein bedeutendes Problem für europäische Produzenten und Zulieferer. Dieser Trend wird voraussichtlich die Margen und die Preismacht der Branche beeinträchtigen, insbesondere in Europa und wichtigen Schwellenmärkten. UBS prognostiziert ein moderates globales Produktionswachstum von 1,3 % für 2026, mit über einer Million zusätzlicher Fahrzeuge von chinesischen Herstellern. Dies könnte zu stagnierenden Volumina und erhöhtem Preisdruck für europäische Unternehmen führen. In China dringen lokale Marken aggressiv in Premiumsegmente vor, was die Preismacht deutscher Hersteller weiter schmälert.
Neue Elektrofahrzeugplattformen von BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen sollen in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 auf den Markt kommen, könnten jedoch zu spät kommen, um diesen Trends entgegenzuwirken. Trotz dieser Herausforderungen identifiziert UBS selektive Investitionsmöglichkeiten. Stellantis wurde auf eine "Kauf"-Bewertung hochgestuft, angetrieben durch einen erwarteten Gewinnschub von etwa 3 Milliarden Euro in Nordamerika. Diese Verbesserung wird auf gelockerte Emissionsvorschriften in den USA, eine profitablere Modellpalette und strenge Kostensenkungsmaßnahmen zurückgeführt. BMW bleibt ebenfalls ein Favorit der Analysten, dank seiner "Neue Klasse"-Initiative, starkem Potenzial für freien Cashflow und solider Positionierung in Bezug auf die EU-CO-Ziele.
Im Gegensatz dazu ist UBS bei Renault vorsichtiger. Das Unternehmen wird auf "Verkaufen" herabgestuft, da steigende Anteile an Elektrofahrzeugen, internationaler Expansionsdruck und verschärfter Wettbewerb stärker auf die Margen drücken könnten, als der Markt derzeit erwartet. Für Zulieferer liegt der Schwerpunkt auf Kostendisziplin und Cashflow. Continental, Aumovio und der neu analysierte spanische Zulieferer CIE werden als Nutznießer von Restrukturierungsbemühungen und potenzieller Wertrealisierung angesehen. Insgesamt ist der Sektor zwar attraktiv bewertet, es fehlen jedoch klare Wachstumstreiber, was 2026 zu einem Jahr für selektive Investitionen statt breiter Marktrallyes macht. Während Investoren diese Gewässer navigieren, wird der Fokus auf individuelle Aktienchancen anstelle von branchenweiten Trends voraussichtlich die günstigsten Ergebnisse liefern.
