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Jahresendrallye an der Wall Street: Tech führt, Gold glänzt hell

Auf einen Blick
- •Der Technologiesektor führt die Jahresendrallye an der Wall Street an.
- •Nvidia und Micron zeigen starke vorbörsliche Leistungen.
- •Rohstoffe wie Gold und Kupfer erreichen Rekordhöhen.
- •Der Anleihemarkt steht unter Druck durch die Zinserhöhung in Japan.
- •Paramount und Netflix stehen im Fokus für Unternehmensaktivitäten.
Marktübersicht
Während sich die New Yorker Börse auf die Eröffnung vorbereitet, deuten Futures auf einen positiven Start in die Woche hin. Dieser Optimismus wird durch robuste Leistungen im Technologiesektor und Rekordhöhen bei Rohstoffen wie Gold, Silber und Kupfer angetrieben. Allerdings hat die festliche Stimmung nicht allen Branchen gleichermaßen genutzt. Die Wall Street-Märkte gehen mit positiver Dynamik in die verkürzte Weihnachtswoche. Eine Stunde vor Handelsbeginn liegen die Dow Jones-Futures leicht bei 48.488 Punkten im Plus. In der Zwischenzeit sind die S&P 500-Futures um 0,46% auf 6.918 Punkte gestiegen, und die Nasdaq 100-Futures haben um 0,69% auf 25.752 Punkte zugelegt. Diese Bewegungen setzen den positiven Trend der Vorwoche fort, wobei das Rekordhoch des Dow von 48.887 Punkten erneut in Sicht ist.
Technologie und KI treiben Wachstum
Investoren sind optimistisch über eine Jahresendrallye nach einem starken Jahr für die Märkte. Künstliche Intelligenz bleibt ein zentrales Thema, das die Erholung des Technologiesektors antreibt. Im vorbörslichen Handel gewinnen Nvidia-Aktien fast 2%, da Berichte von Reuters darauf hindeuten, dass das Unternehmen plant, seine H200-Chips bis Mitte Februar nach China zu liefern. Micron Technology ist um etwa 4% gestiegen, mit einem Aktienkursanstieg von 180% in diesem Jahr, nach einer optimistischen Prognoserevision in der letzten Woche. Auch Marvell Technology hat um über 1% zugelegt, gestützt durch positive Bemerkungen von Citigroup im Vorfeld der CES-Technologiemesse im Januar. Die Rotation zurück in große Technologiewerte setzt sich fort, wobei der Nasdaq 100 möglicherweise seine Dezemberverluste wettmacht. Marktanalysten sehen dies als klassische Jahresendrallye, obwohl es weiterhin Zweifel am Ausmaß des KI-Booms und den hohen Bewertungen gibt. Justin Bergner, Portfoliomanager bei Gabelli Funds, beschreibt die Situation als "End-of-Year-Churn" statt einer dynamischen Rallye.
Rohstoffboom und Marktdynamik
Auch die Rohstoffmärkte stehen im Fokus, da Gold, Silber und Kupfer neue Allzeithochs erreichen. Die Goldpreise sind um 1,6% auf über 4.381 USD pro Unze gestiegen, während Silber und Kupfer von der hohen Nachfrage in der Technologiebranche profitieren. Diese Nachfrage hat zu einem erhöhten Interesse an Bergbauaktien geführt, wobei die Aktien von Newmont, Coeur Mining und Freeport-McMoRan im vorbörslichen Handel steigen. Geopolitische Faktoren erhöhen die Goldnachfrage weiter, wobei Roberto Scholtes von der Singular Bank eine zunehmende Entkopplung von Edelmetallen von anderen Anlageklassen feststellt. Im Anleihemarkt bleibt der Druck hoch. Nach der Zinserhöhung der Bank of Japan auf das höchste Niveau seit 30 Jahren hat die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen den höchsten Stand seit 1999 erreicht. Auch US-Staatsanleihen sind rückläufig, mit einer zehnjährigen Rendite von 4,17%. Der Dollar zeigt Schwächeanzeichen, während die Brent-Rohölpreise über 61 USD pro Barrel gestiegen sind, bedingt durch den erhöhten US-Druck auf Venezuela.
Unternehmens-Highlights
Unter den Einzelaktien sticht Paramount mit einem vorbörslichen Gewinn von rund 4% hervor, ausgelöst durch ein verbessertes Angebot von Skydance für Warner Bros. Discovery. Auch Netflix bleibt im Fokus, nachdem es einen Teil eines Milliardenkredits refinanziert hat und als potenzieller Bieter für Warner Bros. Discovery gilt. Im Gegensatz dazu schneidet Honeywell schlechter ab, mit einem Rückgang der Aktien um über 1% nach Anpassung der Prognose nach der Abspaltung seiner Spezialmaterialien-Sparte Solstice. Interessenkonflikt-Hinweis: Bernd Förtsch, CEO und Mehrheitsinhaber der Börsenmedien AG, hält Positionen in Nvidia, die von den in dieser Veröffentlichung diskutierten Kursbewegungen profitieren könnten. Nvidia-Aktien sind in einem realen Portfolio enthalten, das von der Börsenmedien AG verwaltet wird.
