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BörsenBlick Markteinblicke
Bezos: Zwei- bis dreijährige Zeitspanne für orbitale Rechenzentren ist etwas ehrgeizig

Auf einen Blick
- •Bezos glaubt, dass weltraumbasierte Rechenzentren machbar sind, aber es unwahrscheinlich ist, dass sie innerhalb von zwei bis drei Jahren weit verbreitet sind.
- •Wesentliche Hindernisse sind die Energieversorgung, hohe Chipkosten und die derzeitige Startökonomie.
- •SpaceX, unter der Leitung von Elon Musk, und Blue Origin positionieren sich um Konzepte orbitaler Rechenzentren; SpaceXs Börsengang hat das Interesse am Sektor verstärkt.
- •Blue Origin reichte FCC-Pläne für 51.600 Datenzentrums-Satelliten im Rahmen von Project Sunrise ein und beabsichtigt, seine TeraWave-Konstellation bereits ab dem vierten Quartal 2027 einzusetzen.
- •Bezos sieht vor, dass breitere industrielle Aktivitäten auf den Mond verlagert werden, einschließlich der Herstellung von Solarzellen aus lunaren Materialien, und arbeitet mit der NASA und der US-Regierung an Mondinfrastruktur zusammen.
Bezos über orbitale Rechenzentren und die Hürden davor
Jeff Bezos, der Gründer von Amazon und des Raumfahrtunternehmens Blue Origin, sagte gegenüber CNBC, dass der Bau von Rechenzentren im Orbit sehr realistisch sei, aber wahrscheinlich länger dauern werde, als einige Schätzungen nahelegen. Im Gespräch mit Andrew Ross Sorkin sagte Bezos, Zeitpläne, die er gehört habe, wonach orbitale Rechenzentren in zwei bis drei Jahren eintreffen, seien wahrscheinlich ein wenig ehrgeizig.
Bezos wies auf mehrere praktische Barrieren hin, die gelöst werden müssen, bevor die Branche skaliert werden kann. Energie ist eine primäre Einschränkung: KI-Workloads verlangen enorme Leistung, und während orbitale Plattformen ununterbrochene Solarenergie nutzen könnten, bleibt es eine Herausforderung, diese Kilowatt in zuverlässiges, kosteneffizientes Rechnen zu überführen. Auch die Chipkosten müssen fallen, um im Inneren von Rechenzentren Budgetspielraum zu schaffen, und die Startkosten müssen sinken, damit das Geschäftsmodell tragfähig wird.
Unternehmen im gesamten Raumfahrtsektor wetteifern darum, das Konzept zu realisieren. Befürworter argumentieren, dass orbitale Rechenzentren Land- und Strombegrenzungen auf der Erde lösen könnten, rund um die Uhr Solaranbindung bieten und die Notwendigkeit umgehen würden, weitläufige Bodenanlagen zu erwerben oder zu platzieren. Aber die Ökonomie hängt von billigeren Starts, niedrigeren Komponentenpreisen und regulatorischen Genehmigungen ab.
Branchenkontext: SpaceX, Blue Origin und der breitere Sektor
Die Begeisterung für Raumfahrtinfrastruktur ist gewachsen angesichts hochkarätiger Schritte in der Branche. SpaceX-CEO Elon Musk hat öffentlich über den Bau orbitaler Rechenzentren gesprochen, und er nannte dieses Argument als einen Grund für die Zusammenführung von SpaceX mit seinem KI-Unternehmen xAI. SpaceXs erwarteter Börsengang, wobei Quellen andeuten, dass eine Einreichung für den Börsengang diese Woche erfolgen könnte, hat die Anlegeraufregung geschürt. Musk bewertete SpaceX kürzlich nach der xAI-Fusion mit 1,25 Billionen US-Dollar, und Marktspekulationen haben mögliche öffentliche Bewertungen weiter nach oben getrieben einige Schätzungen deuten auf 1,75 Billionen US-Dollar oder mehr hin, wenn es an die Börse geht.
Blue Origin, Bezoss Raumfahrtunternehmen, positioniert sich ebenfalls für eine Rechenzentrumszukunft. Im März reichte Blue Origin Details bei der Federal Communications Commission ein, in denen ein ehrgeiziger Plan vorgeschlagen wurde, 51.600 Datenzentrums-Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn unter einer Initiative mit dem Namen Project Sunrise zu platzieren. Diese Satelliten würden auf der geplanten TeraWave-Konstellation von Blue Origin betrieben werden, für die das Unternehmen regulatorische Genehmigung anstrebt und gesagt hat, dass es hofft, Deployments im vierten Quartal 2027 zu beginnen.
Bezos skizzierte ferner Blue Origins längerfristige Strategie, Teile der Industrie auf den Mond zu verlagern. Er sprach über Pläne, Solarzellen aus lunaren Materialien herzustellen, und argumentierte, dass ein Start vom Mond effizienter sein könnte wegen seiner geringeren Gravitation und der einzigartigen Schwerkraftverteilung. Blue Origin arbeitet auch mit der NASA und der US-Regierung an Bemühungen zusammen, eine permanente Mondbasis zu bauen und die Verteidigungs- und Raumfahrtfähigkeiten der USA zu stärken.
Bezos warnte davor, diese Ambitionen als bloße Science-Fiction abzutun. "Ich würde die Leute, die denken, es sei alles Science-Fiction, dazu ermahnen, mit ihrem Urteil etwas vorsichtig zu sein, weil es real ist, es passiert", sagte er und fügte hinzu, dass die Branche schneller voranschreiten könne, als viele erwarten, auch wenn spezifische Zeitpläne optimistisch erscheinen.
Die Kommentare erfolgen, während Raumfahrtaktien in Erwartung von SpaceXs Börsengang und breiteren Regierungsinitiativen gestiegen sind, einschließlich verteidigungsbezogener Pläne, die zusätzliches Kapital und Aufträge in den Sektor lenken könnten. Bezos sagte, er konzentriere sich nicht darauf, ob aktuelle Bewertungen die Fundamentaldaten widerspiegeln oder Wetten auf die Zukunft seien, aber er bekräftigte seine Überzeugung, dass der Weltraum eine gewaltige Industrie werden werde.
Annie Palmer von CNBC trug zur Berichterstattung bei.

