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Handelspolitik: Die EU sollte selbstbewusster sein: Die USA sind stark auf Importe angewiesen

Auf einen Blick
- •Die USA sind stark auf EU-Importe angewiesen, insbesondere in Chemie und Maschinenbau.
- •EU-Produkte sind für die USA schwer zu ersetzen, was Europas Verhandlungsposition stärkt.
- •Europa sollte selbstbewusst auf US-Handelsdrohungen reagieren.
- •Der EUR/USD-Wechselkurs könnte steigen, was den Marktoptimismus widerspiegelt.
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) veröffentlichte kürzlich eine Studie, die die erhebliche Abhängigkeit der Vereinigten Staaten von Importen aus der Europäischen Union hervorhebt. Diese Analyse, die am Donnerstag veröffentlicht wurde, unterstreicht die entscheidende Rolle, die die EU bei der Versorgung des US-Marktes mit Schlüsselprodukten spielt.
Die Studie zeigt, dass die USA stark auf EU-Importe angewiesen sind, insbesondere in Sektoren wie Chemie und Maschinenbau, wo Alternativen begrenzt sind. Samina Sultan, eine Expertin beim IW, betonte, dass die USA für viele wesentliche Produkte, die aus Europa bezogen werden, nur wenige Ersatzmöglichkeiten haben. Während die USA ihre Strategie fortsetzen, die Abhängigkeit von China zu reduzieren, wird die Bedeutung der EU als Handelspartner noch kritischer. Im Jahr 2024 bezogen die USA mindestens 50 % ihrer Importe in über 3.100 Produktkategorien aus der EU, was etwa 290 Milliarden Dollar entspricht. Bemerkenswert ist, dass fast 46 % aller US-Importe aus der EU in Kategorien fallen, in denen Europa schwer zu ersetzen ist.
Allein der Chemiesektor repräsentiert über 47 Milliarden Dollar an US-Importen, wobei spezifische organische Chemikalien und Insulinpräparate fast vollständig aus Europa bezogen werden. Auch die Maschinenbau- und Elektrotechniksektoren spiegeln diese Abhängigkeit wider, wobei EU-Exporte in die USA fast 16 Milliarden Dollar erreichen. Dazu gehören spezialisierte Maschinen wie Frontlader und Leistungsschalter, die für US-Industrien von entscheidender Bedeutung sind.
Angesichts dieser Dynamik argumentiert IW-Expertin Samina Sultan, dass Europa gut positioniert ist, um selbstbewusst auf Drohungen aus Washington zu reagieren. Die wachsende Nachfrage nach europäischen Produkten, trotz Zöllen, deutet auf eine starke Gelegenheit für die EU hin, ihre Handelsposition zu nutzen. Der EUR/USD-Wechselkurs lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts am 18. September 2025 bei 1,179 USD mit einem leichten Rückgang von 0,26 %. Analysten erwarten einen Zielwechselkurs von 1,24 USD, was einen potenziellen Anstieg von 1 % gegenüber dem aktuellen Kurs widerspiegelt. Während sich die geopolitische Landschaft entwickelt, bleibt die strategische Rolle der EU im globalen Handel, insbesondere mit den USA, von entscheidender Bedeutung. Die Fähigkeit, unverzichtbare Produkte zu liefern, verschafft Europa einen einzigartigen Vorteil und das Potenzial, günstigere Handelsbedingungen auszuhandeln.
