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EU-Politiken behindern Afrikas wirtschaftliche Entwicklung

Auf einen Blick
- •Luanda war Gastgeber des EU-AU-Gipfels, der 25 Jahre Partnerschaft markierte.
- •Das Gipfelthema war Frieden und Wohlstand durch Multilateralismus.
- •Währungsbindungen zwischen 14 afrikanischen Staaten und der Eurozone bleiben unadressiert.
- •Diese Verbindung ist ein koloniales Erbe, das die wirtschaftliche Entwicklung beeinflusst.
- •Das Thema wurde zuvor von Daniel Stelter und dem Ökonomen Beat Kappeler diskutiert.
Im November 2025 versammelten sich Führer der Europäischen Union (EU) und der Afrikanischen Union (AU) sowie mehrere Staatsoberhäupter aus Mitgliedsländern in Luanda, der Hauptstadt von Angola, um 25 Jahre Partnerschaft zu feiern. Unter den prominenten Persönlichkeiten war der französische Präsident Emmanuel Macron.
Fokus auf multilaterale Zusammenarbeit
Der siebte EU-AU-Gipfel stand unter dem Motto "Förderung von Frieden und Wohlstand durch effektiven Multilateralismus". Ein kritisches Thema wurde jedoch während der Diskussionen nicht angesprochen: die wirtschaftlichen Auswirkungen der Währungsbindungen zwischen 14 afrikanischen Staaten und der Eurozone. Diese Staaten, allesamt ehemalige französische Kolonien, werden oft als "versteckte" Mitglieder der Eurozone bezeichnet, da ihre Währung an den Euro gekoppelt ist. Diese Regelung ist ein Überbleibsel der französischen Kolonialpolitik und beeinflusst weiterhin die Handelsstrukturen, was erhebliche Herausforderungen für den wirtschaftlichen Fortschritt dieser Regionen darstellt.
Historischer Kontext und laufende Herausforderungen
Die Währungsbindung ist ein Thema der Debatte und Besorgnis, da sie die wirtschaftliche Souveränität dieser afrikanischen Nationen einschränkt und ihre Fähigkeit behindert, eine unabhängige Geldpolitik zu betreiben. Dieses Thema wurde ausführlich von Daniel Stelter und dem Schweizer Ökonomen Beat Kappeler in einer früheren Diskussion mit dem Titel "Der verratene Kontinent" behandelt, die die wirtschaftlichen Einschränkungen dieser Länder hervorhob. Der Gipfel in Luanda bot eine Plattform, um breitere Kooperations- und Entwicklungsziele zu diskutieren, aber das Auslassen dieses bedeutenden Themas unterstreicht die Komplexität der EU-Afrika-Beziehungen. Es wirft auch Fragen über die langfristigen Wirtschaftsstrategien auf, die erforderlich sind, um eine echte Entwicklung und Wohlstand in Afrika zu fördern, frei von dem einschränkenden Erbe kolonialer Geldpolitik. Der fortlaufende Dialog zwischen der EU und der AU ist entscheidend, um diese tief verwurzelten Probleme anzugehen und um Politiken zu entwickeln, die nachhaltiges Wirtschaftswachstum auf dem afrikanischen Kontinent unterstützen. Während sich die Partnerschaft weiterentwickelt, bleibt es essenziell, dass beide Seiten diese Herausforderungen direkt angehen, um sicherzustellen, dass zukünftige Kooperationen gegenseitig vorteilhaft und gerecht sind.
