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Deutschland kündigt KfW-Programm zur Förderung von Investitionen in der Ukraine an

Auf einen Blick
- •Deutschland startet 45 Millionen Euro KfW-Programm für die Ukraine.
- •Programm zielt darauf ab, Investitionen des deutschen Privatsektors zu fördern.
- •Zinsgünstige Darlehen zur Risikominderung auf dem ukrainischen Markt.
- •Programm ergänzt bestehende wirtschaftliche und energetische Unterstützung.
- •Kritik über geringere Vorteile für deutsche Firmen aus der Hilfe.
- •Ukrainischer Präsident Selenskyj diskutiert Sicherheit und NATO mit EU-Führern.
Deutschland startet ein neues Programm, das darauf abzielt, Investitionen deutscher Unternehmen in der Ukraine zu erhöhen. Die Initiative mit einem Startvolumen von 45 Millionen Euro wird von der staatlichen Entwicklungsbank KfW verwaltet, so die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche. Das Programm soll erhebliche Investitionen des privaten Sektors anziehen, indem es zinsgünstige Darlehen für Projekte in der Ukraine anbietet und so Risiken in volatilen Märkten mindert. Das neu vorgestellte "UkraineConnect"-Programm soll bestehende wirtschaftliche Unterstützungsmaßnahmen ergänzen, einschließlich staatlicher Investitions- und Exportkreditgarantien sowie Unterstützung im Energiesektor. Anfang dieses Monats kündigte das Wirtschaftsministerium zusätzliche 100 Millionen Euro zur Unterstützung der Reparatur der kriegsbeschädigten Energieinfrastruktur der Ukraine an, zusätzlich zu den bereits in diesem Jahr zugesagten 60 Millionen Euro. Deutschland bleibt der größte Beitragszahler zum Energiehilfefonds. In ihrer Rede auf dem Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsforum sprach Reiche über das Potenzial für eine Zusammenarbeit im Verteidigungssektor, insbesondere bei der Entwicklung von Drohnenfähigkeiten und Produktionskapazitäten in Deutschland. Sie betonte die Bedeutung der Aufrechterhaltung der Souveränität der Ukraine angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf ihre Energieinfrastruktur. Die Initiative kommt angesichts von Kritik des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, der argumentierte, dass deutsche Unternehmen mehr von der Ukraine-Hilfe profitieren sollten. Michael Harms, der Geschäftsführer des Ausschusses, wies darauf hin, dass Ausschreibungen oft Unternehmen aus China, Indien und der Türkei aufgrund des Preiswettbewerbs begünstigen. Harms forderte auch eine 100%ige Unterstützung von Handelsgeschäften durch die deutsche Regierung und mehr Transparenz bei ukrainischen Ausschreibungsverfahren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der derzeit mit einer Delegation in Berlin weilt, trifft sich mit wichtigen europäischen und NATO-Führern, darunter der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz. Selenskyj hat angedeutet, dass die Ukraine auf eine NATO-Mitgliedschaft verzichten könnte, wenn sie ausreichende Sicherheitsgarantien erhält, um zukünftige russische Aggressionen zu verhindern. Er schlug auch die Möglichkeit von Friedensgesprächen mit Russland auf Basis der aktuellen Frontlinien vor.
