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Siemens sagt, europäische Banken sind zu klein für globale Bedürfnisse

Auf einen Blick
- •Siemens benötigt Bankpartner mit globaler Reichweite; europäische Banken sind oft zu klein.
- •Inländische Fusionen europäischer Banken werden nicht ausreichen, um mit US-Globalbanken mitzuhalten.
- •Die Stärkung der Kapitalmärkte und die Reduzierung regulatorischer Komplexität sind Prioritäten.
- •Siemens hat häufig auf US-Banken als Partner zurückgegriffen.
- •Bisher hat der Iran-Krieg Siemens nicht dazu gezwungen, die Gewinnprognose zu revidieren.
- •Siemens ist vorsichtig damit, die Verteidigung trotz möglicher Produktivitätsgewinne als großes neues Wachstumsfeld zu betrachten.
Marktanalyse
Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas warnt, dass Europas Banken einfach zu klein sind, um die Bedürfnisse global operierender Industriechampions zu bedienen. In einem Interview mit der Börsen-Zeitung stellte der Finanzchef der in München ansässigen Technologiegruppe klar, dass Siemens Bankpartner mit globaler Reichweite benötigt und dass das Unternehmen sich in vielen Fällen an US-Banken für diese Fähigkeit gewandt hat.
Thomas argumentierte, dass eine Konsolidierung innerhalb Europas, wie etwa inländische Fusionen, nicht ausreichen wird, um die Lücke zu den größten US-Banken zu schließen. Während er darauf verzichtete, eine Meinung zu UniCredits Gebot für Commerzbank abzugeben, sagte er unverblümt, dass mehr erforderlich sei, als dass europäische Banken lediglich miteinander fusionieren. Stattdessen forderte er einen stärkeren Kapitalmarkt und ein regulatorisches Umfeld, das mehr Flexibilität und weniger kumulative Bürokratie zulässt. "Wenn wir nach monatelanger Debatte 100 Regeln zerschreddern, aber unter anderem von Brüssel 500 neue bekommen, ist das keine Lösung", sagte Thomas und fügte hinzu, dass die Regulierer einen klaren Rahmen setzen, innerhalb dessen jedoch mehr Spielraum bestehen sollte.
Weitergehende Auswirkungen
Thomas äußerte sich auch zu geopolitischen Risiken und den industriellen Auswirkungen höherer Verteidigungsausgaben. Er sagte, die direkten Auswirkungen des Iran-Kriegs auf Siemens seien bisher begrenzt und das Unternehmen erwarte nicht, die im Februar angehobene Gewinnprognose zu revidieren. Zwar räumte er ein, dass Siemens wahrscheinlich Rüstungsherstellern helfen könnte, die Produktivität an bestehenden Standorten zu steigern, weil diese Betriebe typischerweise nicht die Massenproduktionsgröße der Autoindustrie haben, doch vermied er es, die Verteidigung als neue strategische Wachstumssäule zu bezeichnen. Der CFO sagte, Siemens prüfe, wie man angemessen darauf reagieren sollte.
Zusammen genommen unterstreichen Thomas' Bemerkungen eine größere Spannung in europäischer Finanz- und Industriepolitik: Große multinationale Hersteller benötigen globale, finanzkräftige Partner und Kapitalmärkte, die internationale Aktivitäten unterstützen können. Für die Politik ergeben sich zwei Botschaften: die lähmende regulatorische Komplexität reduzieren und Bedingungen schaffen, damit Kapitalmärkte skalieren können; für europäische Banken ist es eine Erinnerung daran, dass Größe, globale Netzwerke und Produktbreite bestimmen werden, welche Institute echte Partner für globale Unternehmen sein können.
Das vollständige Interview mit Ralf Thomas ist online bei BörsenZeitung verfügbar.
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