Article Content
Unsichtbare Engpässe: Über Öl hinaus treibt der Iran-Krieg neue Rohstoffpreise höher

Auf einen Blick
- •Konfliktbedingte Störungen treiben die Preise für spezialisierte Rohstoffe in die Höhe, die für Halbleiter- und Verteidigungs-Lieferketten essenziell sind.
- •Wolframpreise haben sich seit Dezember mehr als verdreifacht, was die Verknappung und die starke Nachfrage aus dem Verteidigungssektor widerspiegelt.
- •Schwefel- und Schwefelsäuremärkte sind aufgrund der starken Abhängigkeit von Lieferanten aus dem Nahen Osten und der chinesischen Importdynamik verwundbar.
- •Die Heliumversorgung ist fragil; ein Angriff auf eine wichtige katarische Anlage trug zur etwaigen Verdopplung der Preise bei.
- •Chinas Verschärfung von Exportkontrollen und Lieferkettenpolitik verstärkt das globale Risiko.
- •Analysten warnen, dass kurzfristige Blockaden oder anhaltende Störungen schwere Angebotschocks mit breiten industriellen Folgen auslösen könnten.
- •Der strategische Zugang zu Rohstoffen dürfte zu einem wiederkehrenden geopolitischen Thema werden.
Marktanalyse
Der Konflikt um Iran wirkt sich auf die globalen Rohstoffmärkte in einer Weise aus, die weit über Rohöl hinausgeht. Während Energiepreise in den Schlagzeilen bleiben, erleben ruhigere, aber kritische Inputs für moderne Technologie Wolfram (wolfram), Schwefel (und Schwefelsäure) und Helium starke Preissteigerungen, die die Chipproduktion, die Entwicklung künstlicher Intelligenz und die Verteidigungsfertigung weltweit bedrohen.
Wolfram, Schwefel und Helium spielen spezialisierte Rollen in den Lieferketten für Halbleiter. Wolfram wird in elektrischen Verbindungen innerhalb von Chips verwendet, Schwefelsäure ist für die Waferreinigung unverzichtbar, und Helium ist entscheidend, um Herstellungsprozesse zu stabilisieren und unerwünschte chemische Reaktionen zu verhindern. Unterbrechungen der Versorgung übersetzen sich daher direkt in Druck auf Chiphersteller und die Hightech-Branchen, die von ihnen abhängen.
Laut Marktberichten sind die Wolframpreise auf mehr als 3.000 US-Dollar pro Tonne gestiegen und haben sich seit Dezember mehr als verdreifacht. Die Nachfrage aus dem Verteidigungssektor ist ein bedeutender Faktor, und Brancheninsider sagen, dass es keinen einfachen Weg gebe, große strategische Lagerbestände aufzubauen. Almontys CEO Lewis Black sagte gegenüber CNBC, dass Horten nicht machbar sei und dass Engpässe trotz stetiger Nachfrage strukturell werden.
Die Schwefelmärkte stehen unter ähnlichem Druck. Chinesische Schwefelpreise stiegen im März um etwa 13 Prozent auf rund 621 Dollar pro Tonne, und Beobachter berichten von Zuwächsen von über 30 Prozent in Teilen Afrikas im Vergleich zum Vorkonfliktniveau. S&P Global-Analysten warnen, dass eine zwei- bis drei Monate dauernde Blockade wichtiger Schifffahrtsrouten einen schweren Angebotschock auslösen könnte. Marktteilnehmer merken an, dass 56 Prozent der chinesischen Schwefeleinfuhren aus dem Nahen Osten stammen, was die Verwundbarkeit erhöht. Die HSBC hat die Situation als potenziellen Super-Engpass beschrieben.
Helium, oft übersehen, hat seit Beginn des Krieges etwa eine Verdoppelung der Preise erlebt. Ein gemeldeter Angriff auf eine Industrieanlage in Katar, die etwa ein Drittel des globalen Heliums liefert, vertiefte die Besorgnis. Experten wie Christopher Ecclestone warnen, dass sich das Angebot wahrscheinlich nur langsam erholen wird, und viele Unternehmen verfügen nicht über nennenswerte Reserven: Verteidigungsauftragnehmer sollten große Wolframbestände haben, tun dies aber nicht, sagte er gegenüber CNBC.
Die Rolle Chinas verschärft die Verknappung. Schon bevor der Konflikt eskalierte, hatte Peking die Kontrolle über kritische Rohstoffflüsse verschärft, die Wolframexporte eingeschränkt und die Regulierung von Schwefelsäure erhöht, während es die Heliumimporte steigerte. Geopolitische Spannungen mit den Vereinigten Staaten beschleunigen diese Maßnahmen und bei Engpässen wie der Straße von Hormus kann ein scheinbares Überangebot schnell in akute Knappheit umschlagen.
Finanz- und strategische Forschungsinstitute sehen längerfristige Auswirkungen. Goldman-Sachs-Analysten stellen nach zahlreichen Marktdiskussionen fest, dass chinesische Lieferketten relativ widerstandsfähig sind, aber dass Rohstoffknappheiten für bestimmte Hersteller risikoreicher sind als erwartet. Die Rhodium Group erwartet, dass der Zugang zu strategischen Rohstoffen in geopolitischen Verhandlungen häufiger Thema werden wird.
Die aktuellen Engpässe stellen einen neuen Schock dar, der auf die Pandemie und den Ukraine-Krieg obenauf kommt. Unternehmen gehen dazu über, Lieferketten zu diversifizieren, während einige Staaten Reserven aufbauen, doch Experten warnen, dass diese Maßnahmen Zeit benötigen. Die entstehende Verknappung bei Nischenrohstoffen, die jedoch missionskritisch sind, hebt eine wachsende Verwundbarkeit in modernen Industrie- und Verteidigungs-Lieferketten hervor und unterstreicht, wie Geopolitik Rohstoffmärkte, die einst als stabil galten, plötzlich verändern kann.
Autor: Saskia Reh, wallstreetONLINE-Redaktion.
CASA Minerals können Sie hier unten kaufen
Verfügbare Broker
Wenn Sie Schwierigkeiten haben, CASA zu kaufen, kontaktieren Sie uns bitte unter info@snowbridge.link

