Article Content

BörsenBlick Markteinblicke

Investieren: Sogar ein Rentner kann 100% Aktien tolerieren

Montag, 22. Juni 2026
3 Min. Lesezeit
Investieren: Sogar ein Rentner kann 100% Aktien tolerieren

Auf einen Blick

  • Nur etwa ein Sechstel der Deutschen hält Aktien direkt oder über Fonds, was eine weit verbreitete Zurückhaltung gegenüber Investitionen widerspiegelt.
  • Das Alter allein sollte die Aktienallokation nicht diktieren; persönliche Risikotoleranz und Umstände sind wichtiger.
  • Diversifikation, kostengünstige ETFs und ein langfristiger Horizont sind praktische Eckpfeiler für Privatanleger.
  • Verhaltensdisziplinvermeidung von häufigem Handel und Markttimingkann die Ergebnisse materiell verbessern.
  • Rentner können hohe Aktienanteile tolerieren, wenn ihre finanzielle Situation und ihr Temperament dies zulassen.

Investieren und die Aktienfrage

Viele Deutsche scheuen sich immer noch davor, in Aktien und Anleihen zu investieren, weil das Thema kompliziert zu sein scheint. Daten vom Deutschen Aktieninstitut (Deutsches Aktieninstitut) zeigen, dass nur etwa einer von sechs Deutschen Aktien direkt oder über Fonds besitzt. Diese Zurückhaltung, so der Finanzforscher Martin Weber, ist weitgehend psychologischund sie kann sich auf lange Sicht als kostspielig erweisen.

Weber, der jahrzehntelang das Anlegerverhalten untersucht hat, argumentiert, dass das Alter allein die Aktienallokation eines Anlegers nicht bestimmen sollte. Die konventionelle Regel, dass ältere Menschen sich entschieden von Aktien zu Anleihen verlagern müssen, kann irreführend sein. Stattdessen sind am wichtigsten die Risikotoleranz einer Person, ihre finanziellen Ziele und ihre Fähigkeit, an einem gewählten Plan während Marktturbulenzen festzuhalten.

Praktische Anleitung für Anleger

Sowohl für Anfänger als auch für erfahrenere Sparer empfiehlt Weber den Aufbau von Portfolios, die persönliche Risikokapazität und Disziplin widerspiegeln und nicht das Kalenderalter. Wichtige Bausteine umfassen breit diversifizierte Aktienanlagenvorzugsweise kostengünstige Indexfonds oder ETFsund einen klaren Plan für die Rolle von Anleihen. Anleihen bleiben nützlich, um die Portfoliovolatilität zu reduzieren und vorhersehbare Erträge zu liefern, aber sie sind kein Allzweckschutz, der mit dem Alter automatisch angemessener wird.

Weber betont die verhaltensbezogene Seite des Investierens: Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie professionelle Manager überlisten oder Märkte zuverlässig timen können. Privatanleger sollten häufigen Handel vermeiden, der Renditen oft untergräbt, und stattdessen einfache Regeln annehmen: Legen Sie einen Zielaktienanteil entsprechend Ihrer persönlichen Risikotoleranz fest, rebalancieren Sie in definierten Intervallen, halten Sie die Kosten niedrig und konzentrieren Sie sich auf langfristige Zeithorizonte. Selbst für jemanden im Ruhestand kann ein hoher Aktienanteil angemessen sein, wenn er über ausreichende Ersparnisse, vorhersehbare Cashflows oder die Bereitschaft verfügt, kurzfristige Schwankungen für höhere erwartete langfristige Renditen zu akzeptieren.

Diversifikation ist wichtig: Die Streuung von Anlagen über Länder, Sektoren und Marktkapitalisierungen reduziert unternehmensspezifisches Risiko. Weber weist auch auf die Vorzüge von inkrementelles Investierenregelmäßig, disziplinierte Beiträge hin, die Markttimingrisikenund glätten, und darauf, einen Notfallpuffer in bar zu halten, damit Sie nicht gezwungen sind, Aktien zu depressiven Preisen zu verkaufen.

Schließlich warnt er vor der Falle zu glauben, dass Komplexität einem Vorteil gleichkommt. Viele Privatanleger überschätzen ihre Fähigkeit, Gewinner auszuwählen oder Abschwünge zu vermeiden, und diese Überkonfidenz kann zu suboptimalen Portfolios führen. Einfachheit, niedrige Gebühren und Konsequenz neigen dazu, bei den meisten Privatsparern Cleverness zu übertreffen.

Fazit

Die wichtigste Erkenntnis ist einfach: Es gibt keine allgemeine Regel, dass Rentner Aktien meiden müssen. Eine Aktienallokation sollte eine Funktion der persönlichen Risikotoleranz, finanziellen Bedürfnisse und Verhaltensstärkennicht einer automatischen Reaktion auf das Alter sein. Für viele Anleger, einschließlich einiger Rentner, kann ein hoher Aktienanteil ein sinnvoller Teil eines langfristigen Plans sein, vorausgesetzt, er ist durch Diversifikation, niedrige Kosten, diszipliniertes Rebalancing und realistische Erwartungen hinsichtlich Volatilität und Renditen verankert.

BörsenBlick Markteinblicke

Erhalten Sie die neuesten Analysen und die wichtigsten Artikel der Woche direkt in Ihr Postfach.

Kein Spam. Jederzeit abmeldbar.

Development Environment
ENV:unknown
DB:unknown
Investieren: Sogar ein Rentner kann 100% Aktien tolerieren | BörsenBlick