Article Content

BörsenBlick Markteinblicke

Nach dem Einbruch wirkt Rheinmetall billig Insider-Kauf signalisiert unterstützenden technischen Boden

Samstag, 4. Juli 2026
3 Min. Lesezeit
Nach dem Einbruch wirkt Rheinmetall billig Insider-Kauf signalisiert unterstützenden technischen Boden

Auf einen Blick

  • Rheinmetall stürzte nach dem Stopp des F126-Programms von etwa €1.200 auf €900 und erholte sich dann in Richtung €1.000.
  • CEO Armin Papperger kaufte etwa 3.200 Aktien über ATP Holding zu etwa €954, ein Directors'-Deal, der den Aktienkurs stützte.
  • Verteidigungs-Peers wie Hensoldt und TKMS profitierten ebenfalls von der Sektorrotation und geopolitischen Sorgen.
  • Rheinmetall handelt mit einem KGV von rund 24 und einem PEG von etwa 0,6, was darauf hindeutet, dass die Aktie im Verhältnis zum erwarteten Wachstum unterbewertet sein könnte.
  • Die Region um €1.000 fungierte als technischer Support und könnte ein attraktiver Einstieg für mehrjährige Anleger sein, vorbehaltlich von Vertrags- und geopolitischen Risiken.

Was bewegte die Aktie?

Der Aktienkurs von Rheinmetall stürzte innerhalb von zwei Tagen von rund €1.200 auf €900, nachdem die deutsche Regierung das F126-Fregattenprogramm gestoppt hatte, ein Auftrag, der nun wahrscheinlich an TKMS gehen wird. Der plötzliche Verlust eines hochkarätigen Verteidigungsauftrags löste einen starken Ausverkauf einer Aktie aus, die bereits unter vorsichtigem Sentiment gehandelt wurde.

In diese Schwäche trat Armin Papperger, der CEO von Rheinmetall, der etwa 3.200 Aktien über seine ATP Holding zu etwa €954 pro Aktie kaufte und sich damit mit rund €3 Millionen engagierte. Da Papperger Alleingesellschafter und Geschäftsführer der ATP Holding ist, qualifiziert sich der Kauf als Directors'-Deal und zog sofortige Marktaufmerksamkeit auf sich. Die Aktie reagierte mit einer Erholung, die sowohl den Signaleffekt eines Insiderkaufs als auch ein breiteres Interesse an Verteidigungswerten widerspiegelt.

Verteidigungs-Peers wie Hensoldt und TKMS stiegen am selben Tag ebenfalls, teilweise weil eine Reisewarnung für Russland und die erneute Fokussierung auf den Russland-Ukraine-Konflikt die Anlegeraufmerksamkeit für den Sektor erhöhten. Der heftigste Intraday-Ausverkauf drückte Rheinmetall in Richtung des €1.000-Bereichs, ein Niveau, an dem zuvor Käufer eingesprungen waren, und die anschließende Gegenbewegung deutet darauf hin, dass rund um diese Preiszone Nachfrage besteht.

Martins Einschätzung und Bewertungskontext

Auf einfacher Bewertungsbasis handelt Rheinmetall bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis nahe 24 (nach dem Intraday-Gewinn etwas höher), ein Niveau, das dem Anfang 2024 ähnelt. Auffälliger ist jedoch das Price/Earnings-to-Growth-(PEG-)Verhältnis des Unternehmens von ungefähr 0,6. Bei Verwendung erwarteter Wachstumsraten von 130 %, 50 % und 40 % (vermutlich für die genannten kurzfristigen, mittelfristigen und längerfristigen Perioden) impliziert das PEG, dass die Aktie im Verhältnis zu ihrer prognostizierten Gewinnentwicklung günstig erscheint.

Kombiniert mit einem signifikanten erwarteten Wachstumsprofil und einem Insideraktienkauf macht dies aus Sicht des Autors den €1.000-Bereich zu einem attraktiven Einstiegsniveau für Anleger mit einem mehrjährigen Horizont. Das wiederholte Muster Managementkäufe bei früheren Rücksetzern und erneut beim jüngsten Tief verstärkt die Vorstellung, dass interne Stakeholder die Rücksetzer als Kaufgelegenheiten sehen.

Risiken bleiben natürlich bestehen. Die Stornierung oder Neuverteilung von Regierungsaufträgen kann bei Verteidigungsunternehmen Umsatzvolatilität erzeugen, und geopolitische Entwicklungen oder Beschaffungsentscheidungen können die Stimmung weiterhin bewegen. Darüber hinaus kann die Anlegernachfrage nach dem Verteidigungssektor mit breiteren makroökonomischen oder politischen Nachrichten schnell schwanken.

Für Anleger, die eine Position in Erwägung ziehen, bieten der jüngste Insiderkauf und ein PEG unter 1 einen überzeugenden Ausgangspunkt, um die These weiter zu untersuchen. Wer ein geringeres Risiko bevorzugt, könnte sich um den €1.000-Bereich hinein skalieren und die Entwicklungen um die Zuteilung des F126-Programms, die Auftragsklarheit und die Quartalsprognosen von Rheinmetall beobachten.

Kurz gesagt: Die schnelle Marktreaktion auf den Rückschlag beim F126 eröffnete eine potenzielle Kaufgelegenheit. Mit Managementkäufen in der Schwäche und Bewertungskennzahlen, die angesichts des prognostizierten Wachstums unterstützend wirken, erscheint Rheinmetall für Anleger mit einem mehrjährigen Horizont attraktiv bewertet, vorausgesetzt, sie akzeptieren die sektorspezifischen und vertragsbezogenen Risiken, die bestehen bleiben.

BörsenBlick Markteinblicke

Erhalten Sie die neuesten Analysen und die wichtigsten Artikel der Woche direkt in Ihr Postfach.

Kein Spam. Jederzeit abmeldbar.

Development Environment
ENV:unknown
DB:unknown