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DAX unter Druck, da Rheinmetall einbricht und TKMS stark ansteigt

Freitag, 26. Juni 2026
3 Min. Lesezeit
DAX unter Druck, da Rheinmetall einbricht und TKMS stark ansteigt

Auf einen Blick

  • Der DAX fiel um etwa 0,5% auf 24.745 und sank unter seinen 21-Tage-Durchschnitt.
  • Ein Bericht, dass Deutschland möglicherweise TKMSs Meko-200-Fregatten bevorzugt, ließ TKMS-Aktien um über 11% steigen und Rheinmetall um mehr als 12% fallen.
  • JPMorgan warnte, Rheinmetall könnte die Ziele für die Auftragseingänge verfehlen, und schätzte den Fregattenvertrag auf etwa 12 Mrd. EUR.
  • Unklarheit besteht über die kommerziellen Folgen für Naval Vessels Lürssen nach der Übernahme durch Rheinmetall.
  • Anleger konzentrieren sich zudem auf die bevorstehenden Quartalsergebnisse von Micron Technology vor dem Hintergrund einer jüngsten Korrektur im Chip-Sektor.

Marktanalyse

Die deutschen Aktien blieben am Mittwoch unter Druck, da Anleger nach dem Rückschlag des Vortages weiterhin Risiken mieden. Der DAX entfernte sich weiter von der heiß umkämpften 25.000-Punkte-Marke, fiel um etwa 0,5% auf 24.745 und sank sogar unter seinen 21-Tage-Durchschnitt, der derzeit in der Nähe von 24.840 liegt.

Die Stimmung war fragil, nachdem in der vorherigen Sitzung eine von der Technologie getriebene Korrektur begonnen hatte und die Marktteilnehmer den Tag damit verbrachten, die Quartalsergebnisse des US-Speicherchip-Herstellers Micron Technology nach US-Handelsschluss abzuwarten. Händler sind wegen der extrem hohen Erwartungen nervös, die offenbar in Microns Zahlen eingepreist sind, und einige Banken haben die Nachhaltigkeit der KI-getriebenen Rallye, die viele chipbezogene Aktien beflügelt hat, in Frage gestellt.

Treiber: Wechsel in der Verteidigung und Unternehmensbewegungen

Eine einzelne politische Entwicklung dominierte die Schlagzeilen und Marktbewegungen in Deutschland: Ein Spiegel-Bericht, wonach Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius plane, das F126-Fregattenprogramm zu stoppen. Hauptauftragnehmer des Projekts war Naval Vessels Lürssen (NVL), das von Rheinmetall übernommen wurde. Dem Bericht zufolge bevorzugt das Ministerium stattdessen Meko-200-Fregatten von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS).

Die Reaktion war schnell und dramatisch. TKMS-Aktien, die im MDax gelistet sind, stiegen um über 11% auf rund 81 EUR, als Anleger die mögliche Order einpreisten. Rheinmetall stürzte um mehr als 12% ab, fiel auf rund 989 EUR und erreichte den niedrigsten Stand seit April des Vorjahres. JPMorgan-Analyst David Perry beschrieb die Verschiebung als schweren Schlag für Rheinmetall und sagte, das Unternehmen werde wahrscheinlich seine internen Ziele für Neuaufträge im zweiten Quartal und möglicherweise für das Gesamtjahr verfehlen. Perry schätzte den potenziellen Vertragswert auf rund 12 Mrd. EUR.

Es bleibt unklar, ob Rheinmetalls Übernahme von Naval Vessels Lürssen wirtschaftlich entkernt wird. Die Bundesregierung könnte dennoch eine andere Schiffsklasse bei NVL bestellen, oder NVL könnte als Unterauftragnehmer im überarbeiteten Programm fungieren, sodass die endgültigen kommerziellen Auswirkungen noch nicht feststehen.

Außerhalb des Verteidigungsbereichs richtete sich die Aufmerksamkeit der Märkte auch auf Micron. Nach einem breiten Chip-Ausverkauf über Nacht werden Anleger die Ergebnisse und den Ausblick des Chipherstellers prüfen, um Anzeichen für Nachfrageschwäche oder eine verbesserte Sichtbarkeit hinsichtlich Lagerbestandsdynamik und KI-bezogener Ausgaben zu finden.

Conclusion

Vorerst steht der DAX vor Gegenwind, der durch geopolitisch verknüpfte Nachrichten zur Verteidigungsbeschaffung und anhaltende Unsicherheit bei Chip-Aktien verursacht wird. Händler werden politische Entscheidungen in Berlin und Microns Quartalsergebnisse nach US-Handelsschluss beobachten, um Hinweise auf die nächste Richtungsbewegung zu erhalten. Bis mehr Klarheit eintrifft, dürfte die Volatilität in einzelnen Industrie- und Technologiewerten den deutschen Leitindex auf der Defensive halten.

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