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BörsenBlick Markteinblicke
Dax erholt sich stark, da die Hoffnungen auf ein US-Iran-Rahmenabkommen wachsen

Auf einen Blick
- •Der Dax stieg deutlich aufgrund von Hoffnungen auf ein kurzfristiges US-Iran-Rahmenabkommen und schloss 1,76% höher bei 24.635 Punkten.
- •Sinkende Ölpreise belasteten energieempfindliche Werte wie Verbio, unterstützten jedoch Reise-, Fluglinien- und Flughafenbetreiber wie Tui, Lufthansa und Fraport.
- •Lieferanten der Luft- und Raumfahrt wie Airbus und MTU Aero Engines verzeichneten moderate Gewinne, da das geopolitische Risiko nachließ.
- •Gold fiel und schloss die Woche mit einem signifikanten Wochenverlust angesichts verbesserter Risikostimmung.
- •Die Marktaufmerksamkeit richtete sich auch auf den SpaceX-Börsengang, den größten erwarteten Börsengang, obwohl zum Handelsschluss in Deutschland noch keine offiziellen Handelspreise vorlagen.
Marktübersicht
Der Dax erholte sich stark zum Wochenende, da erneute Hoffnungen auf ein Rahmenabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran die Ölpreise nachgaben und die Anlegerstimmung hoben. Der deutsche Leitindex stieg zeitweise um bis zu zwei Prozent und lag kurzzeitig über seinem 21-tägigen gleitenden Durchschnitt, einem häufig beobachteten kurzfristigen Trendindikator. Er schloss die Sitzung 1,76% höher bei 24.635 Punkten und vergrößerte damit seinen Abstand zum 200-tägigen gleitenden Durchschnitt, den Anleger als Maß für den längerfristigen Trend nutzen. Für die Woche wies der Index dennoch einen kleinen Rückgang von 0,5% auf. Der MDax profitierte ebenfalls und stieg um 1,99% auf 32.083 Punkte.
Politische Entwicklungen in Washington gaben den Ton an. US-Präsident Donald Trump sagte geplante Angriffe auf den Iran ab und brachte erneut die Möglichkeit eines kurzfristigen Rahmenabkommens ins Spiel, indem er erklärte, ein Abkommen sei faktisch erreicht worden und formelle Dokumente könnten bereits an diesem Wochenende in Europa unterzeichnet werden. Iranische Offizielle bestätigten die Aussage: Staatsmedien zitierten Sprecher des Außenministeriums, die sagten, ein Entwurfstext sei weitgehend fertiggestellt und ein Rahmenabkommen sei in Reichweite.
Sektorgewinner und -bewegungen
Sektoren, die mit Reisen und Luftfahrt verbunden sind, gehörten zu den größten Nutznießern des verbesserten geopolitischen Ausblicks. Reiseveranstalter Tui, Luftfahrtunternehmen Deutsche Lufthansa und Flughafenbetreiber Fraport verzeichneten deutliche Gewinne, nachdem Anleger eine mögliche Deeskalation eingepreist hatten, die den Tourismus und die Flugreisen unterstützen würde. Fraport meldete zudem solide Passagierzahlen für Mai, was den Anlegeroptimismus verstärkte. Die Aktien dieser Werte stiegen überwiegend im mittleren bis hohen einstelligen Bereich, mit Einzelzuwächsen zwischen etwa 5,2% und 8,7%.
Auch Aktien aus dem Luft- und Raumfahrtbereich zogen an. Flugzeughersteller Airbus und Triebwerkslieferant MTU Aero Engines legten um bis zu rund 2,6% zu, da ein nachlassendes geopolitisches Risiko tendenziell positiv für die Flugzeugnachfrage und die Kapazitätsplanung der Fluggesellschaften ist.
Nicht alle Aktien teilten die Rallye. Biokraftstoffproduzent Verbio fiel stark, nachdem die Ölpreise nachgegeben hatten; die Aktie schloss als größter Verlierer im SDax mit einem Minus von rund 4% und erreichte damit den niedrigsten Stand seit drei Monaten. Verbio profitiert von höheren Ölpreisen, weil Verbraucher eher E10 wählen, wenn konventioneller Benzin teuer ist; fallendes Rohöl kann daher die Aussichten des Unternehmens belasten.
Im Finanzsektor sprang der Online-Broker flatexDEGIRO um 6,1%, nachdem Barclays die Berichterstattung mit einer Overweight-Einstufung aufnahm und ein Kursziel von 41 € setzte. Die Bank hob das starke Gewinnwachstum von flatexDEGIRO unter den europäischen Handelsplattformen hervor.
Rohstoffe, Devisen und Beobachtung des SpaceX-Börsengangs
Die Ölpreise fielen angesichts der Aussicht auf ein US-Iran-Abkommen, wodurch eine der großen geopolitischen Risikoaufschläge, die Rohöl gestützt hatten, nachließ. Dieser Rückgang beim Öl war ein wesentlicher Treiber für die Outperformance von reise- und fluglinienbezogenen Aktien und die Schwäche energieempfindlicher Werte wie Verbio.
Gold gab leicht nach und verlor 0,14% auf 4.213 $ pro Feinunze (31,1 Gramm). Das Metall geriet im Laufe der Woche unter Druck, es notierte zeitweise unter 4.100 $ und schloss die Woche trotz einiger Stabilisierung gegen Ende der Sitzung mit einem Wochenverlust von mehr als 5%.
Der Euro behielt die früher in der Sitzung erzielten Gewinne und notierte am Nachmittag bei rund 1,1575 $. Der EZB-Referenzkurs wurde auf 1,1567 $ festgesetzt (Donnerstag: 1,1537 $), was einen Dollarpreis von 0,8645 Euro impliziert.
Über den Atlantik hinweg richtete sich die Marktaufmerksamkeit auf den größten Börsengang der Geschichte, als SpaceX die Notierung vorbereitete. Frühe Hinweise deuteten auf einen starken Eröffnungskurs hin, doch bis zum Handelsschluss in Deutschland lagen keine offiziellen Handelspreise vor. Die SpaceX-Börsennotierung war ein Schlagzeilenthema für die globalen Märkte und stellte laut onvistas Berichterstattung ein bemerkenswertes kurzfristiges Ereignis für das Sentiment dar.
Fazit
Die Sitzung am Freitag zeigte, wie geopolitische Schlagzeilen die Marktstimmung schnell beeinflussen können: Die Aussicht auf ein US-Iran-Rahmenabkommen nahm Risikoaufschläge aus dem Öl und katalysierte Gewinne in Tourismus-, Luftfahrt- und verwandten Sektoren, während sie ölgebundene Aktien und Gold belastete. Der breitere Trend für den Dax bleibt abhängig davon, ob der geopolitische Optimismus anhält und wie kommende Unternehmensmeldungen, einschließlich des vielbeachteten SpaceX-Börsengangs, die globale Risikobereitschaft beeinflussen. Anleger werden nun die Bestätigung eines möglichen Abkommens und die nächste Abfolge makroökonomischer und unternehmensbezogener Daten beobachten, um zu beurteilen, ob diese Erholung nachhaltig ist.



