Article Content

BörsenBlick Markteinblicke

MacroResearchBoard warnt: KI-Hype, steigende Renditen könnten US-Aktien unter Druck setzen Take Profits Abroad

Samstag, 4. Juli 2026
3 Min. Lesezeit
MacroResearchBoard warnt: KI-Hype, steigende Renditen könnten US-Aktien unter Druck setzen Take Profits Abroad

Auf einen Blick

  • MacroResearchBoard sieht US-Aktien, insbesondere KI- und Halbleiteraktien, als verwundbar, falls die Renditen steigen.
  • Die Firma erwartet eine mögliche Marktprüfung in den nächsten 6 bis 12 Monaten und bevorzugt den Schutz von Portfolios mit Bargeld und kurzlaufenden Anleihen.
  • Taktische regionale Präferenz: Übergewichtung von Schwellenmärkten, Japan und der Eurozone; leichtes Untergewicht bei US-Aktien.
  • Der Dollar-Vorteil könnte schrumpfen, wenn sich asiatische und europäische Volkswirtschaften erholen, was EUR, JPY und SGD stützt.
  • Rohstoffe: insgesamt neutral in Multi-Asset-Portfolios, mit einer Neigung zu Basismetallen gegenüber Öl oder Gold aufgrund der Nachfrage nach KI-Infrastruktur.

Marktanalyse

Technologieaktien haben die Rallye der US-Aktien angetrieben, doch eine Boutique-Forschungsfirma sagt, Anleger sollten sich auf eine Prüfung in den nächsten sechs bis zwölf Monaten vorbereiten. Das in Montreal ansässige MacroResearchBoard argumentiert, dass hohe Liquidität und eine lange Periode niedriger Realzinsen Bewertungen aufgebläht haben, insbesondere für Unternehmen, deren Gewinne von weit in der Zukunft liegenden Cashflows abhängen, wie KI-bezogene und Halbleiterunternehmen.

Peter Perkins, ein Stratege bei MacroResearchBoard, schrieb in einer am 2. Juli veröffentlichten Mitteilung an Kunden, dass die Firma in dem kommenden Jahr größere Chancen für Anlegerenttäuschungen als für positive Überraschungen sieht. Er verweist auf Anlegerstimmungsindikatoren, die seiner Ansicht nach bereits einen erheblichen Teil wirtschaftlichen Optimismus und signifikantes Aufwärtspotenzial für Aktien gegenüber Anleihen einpreisen. Die Prüfung für Technologieaktien und insbesondere Halbleiter steht laut Perkins bevor.

Die Sorge der Firma ist einfach: Wenn Zentralbanken die Zinsen höher treiben und die Anleiherenditen steigen, könnten Vermögenswerte, deren Wert von langfristigem Gewinnwachstum abhängt namentlich KI- und Halbleitertitel eine starke Neubewertung erfahren. MacroResearchBoard hebt die Rolle umfangreicher Liquidität seit der 200809 globalen Finanzkrise und die lange Periode, in der Kapitalkosten unter den Wirtschaftswachstumsraten gehandelt wurden, als treibende Kraft des aktuellen Booms hervor.

Positionierung und regionale Ansichten

Vor diesem Hintergrund empfiehlt MacroResearchBoard, die US-Aktienexponierung zu reduzieren. Innerhalb globaler Aktien bevorzugt sie Übergewichtungen in Schwellenmärkten, Japan und der Eurozone und ein leichtes Untergewicht gegenüber den USA. Die Firma argumentiert, dass, wenn der Transit durch die Straße von Hormus normalisiert und die Energiebedenken nachlassen, das Wachstum in Europa, Japan und vielen Schwellenmärkten sich erholen könnte und es den Nicht-US-Gewinnen erlauben könnte, gegenüber US-Unternehmen Boden gutzumachen.

Für Multi-Asset-Portfolios sagt die Firma, sie sei übergewichtet in Bargeld und neutral gegenüber Aktien insgesamt. Im Bereich festverzinslicher Wertpapiere ist sie untergewichtet und bevorzugt Instrumente mit kurzer Duration. Sie hebt speziell die 2-jährige US-Treasury-Note als ein Mittel hervor, diese Präferenz gegenüber längerfristigen Anleihen auszudrücken.

MacroResearchBoard erwartet außerdem, dass der Wachstumsdifferenzial-Vorteil des Dollars in den nächsten 12 Monaten schrumpfen wird, wenn sich asiatische und europäische Volkswirtschaften von energiebedingten Schocks erholen. Diese Ansicht macht Währungen wie den Euro, den Yen und den Singapur-Dollar attraktiver, so die Firma, neben anderen Schwellenländerwährungen.

Bei Rohstoffen nimmt MacroResearchBoard in einem Multi-Asset-Portfolio eine neutrale Haltung ein, zeigt aber eine Neigung zu Basismetallen gegenüber Öl oder Gold, weil Basismetalle zentral für den Ausbau von Rechenzentren und anderer KI-Infrastruktur sind.

Wichtige Zahlen und Marktsignale

Die zusammen mit der Forschungsmitteilung zitierten Marktdaten zeigten die US-2-jährige Treasury mit einer Rendite von etwa 4.181% und die US-10-jährige mit einem Kurs um 4.490% zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Niveaus, die die Kurzlaufend-Präferenz der Firma unterstreichen. Bei Währungen wurden moderate Bewegungen verzeichnet, darunter kleine Zugewinne für EUR/USD, USD/JPY und SGD/USD, was die Sicht der Firma untermauert, dass Nicht-Dollar-Währungen Unterstützung finden könnten, wenn das externe Wachstum aufholt.

Perkinss Empfehlung ist eine ausdrücklich taktische: Portfolios vor einem möglichen Bewertungs-Schock bei langfristigen, wachstumsabhängigen Vermögenswerten zu schützen, indem man die Bargeldquote erhöht, die Anleiheduration verkürzt und das geografische Aktienrisiko in Richtung Japan, Eurozone und bestimmte Schwellenmärkte verschiebt.

Anleger sollten den Rat als eine Sichtweise behandeln, nicht als ein Mandat. Wenn sich die makroökonomischen Bedingungen anders entwickeln zum Beispiel, wenn die Inflation schnell fällt und die Zentralbanken früher als erwartet lockern könnte das Umfeld langfristig laufzeitbezogene Wachstumsaktien wieder bevorzugen. Aber vorerst schlägt MacroResearchBoard eine warnende Note an: Die Kombination aus KI-getriebenem Enthusiasmus und steigenden Renditen könnte die nächste ernsthafte Marktprüfung sein.

BörsenBlick Markteinblicke

Erhalten Sie die neuesten Analysen und die wichtigsten Artikel der Woche direkt in Ihr Postfach.

Kein Spam. Jederzeit abmeldbar.

Development Environment
ENV:unknown
DB:unknown