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BörsenBlick Markteinblicke
Rekordzahl von Zentralbanken planen, ihre Goldbestände zu erhöhen, da die globale Volatilität zunimmt

Auf einen Blick
- •Rekordmäßig 45 % der Zentralbanken planen, ihre Goldbestände in den nächsten 12 Monaten zu erhöhen (gegenüber 43 %).
- •Fast 90 % der Reserveverwalter erwarten, dass die offiziellen Goldbestände weiter zunehmen.
- •84 % glauben, dass Gold in fünf Jahren einen höheren Anteil an den Reserven haben wird, gegenüber 76 % zuvor.
- •Geopolitische Spannungen, Inflation und Handelsrisiken sind wichtige Gründe für die Goldakkumulation.
- •Fast 75 % der Befragten erwarten, dass der Anteil des US-Dollars an den Reserven über fünf Jahre sinken wird.
- •Die Bank of England bleibt der wichtigste Tresorstandort, aber fast die Hälfte der Zentralbanken hat Bestände repatriiert oder verlagert.
- •Zentralbanken verwalten Gold zunehmend aktiv, um Renditen zu steigern und Risiken zu mindern.
Marktanalyse
Eine Rekordzahl von Zentralbanken erwartet, ihre Goldbestände in den nächsten 12 Monaten zu erhöhen, da die globale Marktvolatilität und geopolitische Unsicherheit die Reserveverwalter in Richtung des Edelmetalls treiben. Laut der neuesten Umfrage des World Gold Council erwarten fast 90 % der Reserveverwalter, dass die offiziellen Goldbestände weiter zunehmen werden, wobei Gold von vielen nun als das wichtigste Reservevermögen angesehen wird und damit US-Staatsanleihen in der Bedeutung überholt.
Die Umfrage zeigt ein wachsendes Interesse bei den Zentralbanken selbst: Rekordmäßige 45 % der Befragten gaben an, dass sie erwarten, die Goldbestände ihrer Institutionen im kommenden Jahr zu erhöhen, gegenüber 43 % ein Jahr zuvor. Die langfristige Stimmung stärkt sich ebenfalls: 84 % der Reserveverwalter glauben, dass Gold in fünf Jahren einen höheren Anteil an den Gesamtreserven ausmachen wird, ein bemerkenswerter Anstieg gegenüber zuvor 76 %, und diese Ansicht erstreckt sich sowohl auf Zentralbanken in entwickelten als auch in aufstrebenden Märkten.
Die Banken nannten mehrere Treiber hinter der Verschiebung: anhaltende geopolitische Spannungen, insbesondere der Konflikt im Nahen Osten, Inflationssorgen und die Gefahr von Handelskonflikten. Mehr als acht von zehn Befragten nannten außerdem die Rolle des Goldes als Portfolio-Diversifizierer, was seine strategische Attraktivität für Reserveportfolios verstärkt.
Shaokai Fan, globaler Leiter für Zentralbanken und Leiter Asien-Pazifik beim World Gold Council, sagte, die Umfrage zeige eine wichtige Veränderung in der Herangehensweise der Zentralbanken an Gold: Weniger sehen es als eine Altbestandsposition und mehr behandeln es als eine aktive strategische Allokation in einem von geopolitischem Risiko und Reservendiversifizierung geprägten Umfeld.
Reserven, Lagerung und der Dollar
Der Schritt in Gold wird von abnehmender Stimmung gegenüber dem US-Dollar begleitet. Während der Dollar die dominante Reservewährung bleibt, deuten Daten des Internationalen Währungsfonds und Antworten der Zentralbankumfrage darauf hin, dass sein Anteil voraussichtlich sinken wird: Fast 75 % der Befragten erwarten, dass der Anteil des Dollars an den globalen Reserven in fünf Jahren niedriger sein wird, eine Ansicht, die in entwickelten und aufstrebenden Volkswirtschaften geteilt wird.
Lagerungs- und Verwahrungsentscheidungen verschieben sich ebenfalls. Die Bank of England bleibt der beliebteste Tresorstandort, aber fast die Hälfte der befragten Zentralbanken sagte, sie habe Bestände aus großen Goldmärkten repatriiert oder die inländische Lagerung erhöht. Im vergangenen 12-Monats-Zeitraum gaben 9 % an, die inländische Lagerung habe zugenommen, und 10 % sagten, sie hätten diversifiziert, wo sie im Ausland lagern. Mit Blick auf die Zukunft planen 7 %, die inländische Lagerung im nächsten Jahr zu erhöhen. Viele Institutionen verfolgen außerdem einen aktiveren Ansatz bei der Verwaltung von Goldreserven, um Renditen zu steigern und Risiken zu reduzieren.
Insgesamt zeichnet die Umfrage ein Bild einer beschleunigten Zentralbanknachfrage nach Gold, einer strukturellen Umschichtung weg von dollarzentrierten Positionen und sich entwickelnden Ansätzen für Verwahrung und aktives Reservemanagement, während die politischen Entscheidungsträger auf einen volatiler gewordenen geopolitischen und wirtschaftlichen Hintergrund reagieren.



