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Konservative des EU-Parlaments unterstützen ein Small-Bank-Regime, um Regeln für lokale Kreditgeber zu erleichtern

Auf einen Blick
- •Die EVP unterstützt ein Smallbank-Regime, das weniger komplexen Banken erlaubt, in ein vereinfachtes Regelwerk zu wechseln.
- •Die Gruppe schlägt vor, einen großen Teil des risikobasierten Kapitalrahmens durch eine einzige, konservative Verschuldungsquoten-Anforderung zu ersetzen.
- •Die EVP möchte, dass Basel-III-Output-Floor-Maßnahmen hauptsächlich auf international tätige Banken angewandt werden, nicht auf inländische kleine Kreditgeber.
- •Die politische Unterstützung ist wichtig, weil die meisten kleinen EU-Banken in Deutschland, Österreich und Italien konzentriert sind.
- •Markus Ferber und andere zentristisch-rechte Abgeordnete des Europäischen Parlaments stellen die Veränderung als Systemwechsel dar, um die administrative Belastung kleiner Banken zu verringern.
- •Die Konsultation der Europäischen Kommission zu Finanzregeln ist die Bühne, auf der diese Vorschläge auf EU-weite Umsetzung geprüft werden.
Momentum for a smallbank regulatory regime
Europas größte politische Gruppe im Europäischen Parlament, die Europäische Volkspartei (EVP), hat ihr Gewicht hinter Vorschläge geworfen, ein maßgeschneidertes Regulierungsregime für kleine und weniger komplexe Banken zu schaffen. Die Unterstützung stärkt das Argument für einen separaten Rechtsrahmen, den deutsche Aufseher, namentlich BaFin und die Bundesbank, untersucht haben, und sie wird wahrscheinlich die bevorstehende Überprüfung der Regeln für die Finanzmärkte durch die EU-Kommission prägen.
Ein Positionspapier, das von EVP-Mitgliedern des Ausschusses für Wirtschaft und Währung des Parlaments ausgearbeitet wurde, argumentiert, dass lokal ausgerichtete Banken die Möglichkeit haben sollten, in ein deutlich einfacheres Regelwerk zu wechseln. Das Papier fordert ein echtes Smallbank-Regime, das an Größe, Komplexität, Geschäftsmodell und Risikoprofil dieser Institute kalibriert ist, und drängt die Kommission, Optionen zu priorisieren, die ein solches Regime während ihres Konsultationsverfahrens machbar machen.
What the EPP proposes and why it matters
In der Sache spiegelt die EVP weitgehend den von deutschen Aufsehern favorisierten Ansatz wider: einen Großteil des komplexen risikobasierten Kapitalrahmens durch eine einzige, transparente Anforderung auf Basis der Verschuldungsquote zu ersetzen. Die Gruppe empfiehlt, die standardisierten Säule-1-risikobasierten Kapitalregeln und große Teile des qualitativen Säule-2-Rahmens durch eine konservative, verschuldungsbasierte Anforderung zu ersetzen, die auf hohem Niveau angesetzt ist, um die Finanzstabilität zu bewahren.
Die EVP will zudem breitere Erleichterungen für Europas Bankensektor. Sie schlägt vor, Teile der Umsetzung von Basel III, namentlich den Output Floor, der Unterschiede zwischen internen Modellen und dem standardisierten Ansatz begrenzt, nur auf international tätige Banken anzuwenden. Das Papier lädt ferner zu einer Debatte über die Anpassung der eigenen Marktrisiko-Kapitalregeln der EU im Lichte globaler Inkonsistenzen bei der Umsetzung von Maßnahmen wie der Fundamental Review of the Trading Book ein.
Die Unterstützung durch die zentrale rechtskonservative Fraktion der EU ist wichtig, weil die Mehrheit der kleinen Banken in der EU in Deutschland, Österreich und Italien konzentriert ist, und politische Rückendeckung die Debatte über diese nationalen Hauptstädte hinaus verschieben kann. Markus Ferber, ein CSU-Mitglied des Europäischen Parlaments, der die Ausarbeitung des Papiers leitete, argumentierte, der Sektor brauche mehr als inkrementelle Vereinfachungen: Kleinere Banken seien durch Berichtspflichten und regulatorische Komplexität überlastet, und erforderlich sei ein Systemwechsel statt Feinschliff.
Die öffentliche Konsultation der Europäischen Kommission zu den Regeln für die Finanzmärkte läuft noch. Die EVP drängt auf ein substanzielles Financial-Services-Omnibus-Paket, das Entlastungsmaßnahmen bündelt und einen klaren Weg zu einem Smallbank-Regime aufzeigt. Wie die Kommission und andere Fraktionen im Parlament reagieren, wird darüber entscheiden, ob diese Vorschläge ein nationaler Dialog bleiben oder zu einer EU-weiten regulatorischen Reform werden.

