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BörsenBlick Markteinblicke
Under Armour-Aktie stürzt ab, nachdem die Kosten den Verlust vergrößern und die Prognose enttäuscht

Auf einen Blick
- •Under Armour meldete einen Nettoverlust von $43.4 million im vierten Geschäftsquartal und einen bereinigten EPS-Verlust von $0.03, womit die von FactSet ermittelte Schätzung für den bereinigten Verlust verfehlt wurde.
- •Der Quartalsumsatz belief sich auf $1.171 billion, ein Rückgang von 0.8 % gegenüber dem Vorjahr und lag knapp über dem FactSet-Konsens von $1.167 billion.
- •Die Bruttomarge fiel um 2.2 Prozentpunkte auf 45.5 %, da die Kosten der verkauften Waren um 7.8 % stiegen.
- •Das Unternehmen verbuchte $36 million an Restrukturierungsaufwendungen und verlängerte sein Restrukturierungsprogramm mindestens bis Ende 2026 und erhöhte die erwarteten Gesamtkosten von $255 million auf etwa $305 million.
- •Das Management prognostizierte für das Geschäftsjahr 2027 ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von $0.08 bis $0.12 gegenüber einem FactSet-Konsens von $0.23 und erwartet einen leichten Umsatzrückgang gegenüber einer marktimplizierten Steigerung von 1.6 %.
- •Das Management erwartet teilweise Entlastung durch Zollrückerstattungen, doch anhaltender externer Kostendruck und Restrukturierungskosten belasten die kurzfristige Profitabilität.
Ergebnisbelastung und Aktienreaktion
Die Aktien von Under Armour Inc. stürzten am Dienstag ab, nachdem der in Baltimore ansässige Sportbekleidungshersteller einen breiter als erwarteten Fehlbetrag im vierten Geschäftsquartal ausgewiesen und einen verhaltenen Gewinnausblick abgegeben hatte. Die Aktie fiel im Morgenhandel um etwa 19,7 %, was den größten Tagesverlust seit einem Einbruch von 23,8 % am 6. Mai 2022 markierte, und drängte die Papiere für das Jahr ins Minus.
Der Umsatz für das Quartal zum 31. März fiel im Jahresvergleich um 0.8 % auf $1.171 billion und lag damit knapp über der durchschnittlichen Wall-Street-Schätzung von $1.167 billion, die von FactSet zusammengestellt wurde. Die Profitabilität verschlechterte sich jedoch: Die Bruttomarge sank um 2.2 Prozentpunkte auf 45.5 %, da die Kosten der verkauften Waren um 7.8 % stiegen.
Das Unternehmen verbuchte im Quartal restrukturierungsbedingte Aufwendungen in Höhe von $36 million und meldete einen Nettoverlust von $43.4 million. Bereinigt um einmalige Posten verringerten sich die Verluste je Aktie auf 3 Cent gegenüber einem Verlust von 8 Cent ein Jahr zuvor, lagen damit jedoch immer noch etwas schlechter als der von FactSet ermittelte Konsensusverlust von 2 Cent je Aktie.
Under Armour teilte mit, dass die Ergebnisse durch steigende Kosten belastet wurden, die größtenteils auf höhere Zölle und Produktpreis-Inflation zurückzuführen seien. Nach einer "umfassenden Überprüfung" verlängerte das Unternehmen sein zweijähriges Restrukturierungsprogramm mindestens bis Ende 2026 und erhöhte die erwarteten Gesamtkosten des Plans auf etwa $305 million, gegenüber zuvor erwarteten $255 million.
Ausblick und Auswirkungen
Das Management leitete für das Geschäftsjahr 2027 ein bereinigtes Ergebnis je Aktie in einer Spanne von 8 Cent bis 12 Cent an deutlich unter dem aktuellen FactSet-Konsens von 23 Cent. Das Unternehmen erklärte, die Prognose berücksichtige anhaltende externe Kostendruckfaktoren, die seiner Erwartung nach teilweise durch Zollrückerstattungen ausgeglichen würden. Der Umsatz soll im kommenden Jahr leicht zurückgehen, während der FactSet-Konsens für das Geschäftsjahr 2027 eine Steigerung um 1.6 % impliziert.
Anleger reagierten heftig auf die Kombination aus höheren Kosten, zusätzlichen Restrukturierungsaufwendungen und einer konservativen Ergebnisprognose. Mit dem Rückgang am Dienstag lag die Under-Armour-Aktie seit Jahresbeginn etwa 2.1 % im Minus. Zum Vergleich: Der S&P 500 hat bislang im Jahr 2026 rund 7.9 % gewonnen, und die Aktien des Konkurrenten Nike lagen an dem Tag leicht niedriger. Die Divergenz unterstreicht, wie unternehmensspezifischer Kostendruck Zölle, Produktinflation und Restrukturierungskosten die Stimmung drehen kann, selbst wenn die breiteren Märkte zulegen.
Für Under Armour wird der kurzfristige Weg zur Wiederherstellung der Margen vom Zeitpunkt und dem Umfang von Zollrückerstattungen, den Fortschritten bei der Kostenkontrolle im Rahmen des verlängerten Restrukturierungsplans und der Fähigkeit des Unternehmens abhängen, Produktkosteninflation entweder weiterzugeben oder zu absorbieren, ohne die Nachfrage weiter zu schwächen. Bis diese Dynamik klarer wird, dürften Anleger empfindlich auf Quartalsergebnisse und jegliche zusätzlichen Details reagieren, die das Unternehmen zu seinem Restrukturierungs- und Zollausblick liefert.

