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Markteingriffe vom Wirtschaftsministerium als unnötig erachtet

Auf einen Blick
- •Das deutsche Wirtschaftsministerium sieht keine Notwendigkeit für Markteingriffe zur Sicherung der Gasversorgung.
- •Die Gasspeicherstände liegen deutlich über den gesetzlichen Anforderungen, was die aktuelle Versorgungsstabilität gewährleistet.
- •Die Gaspreise haben sich nach einem anfänglichen Anstieg stabilisiert und sind auf günstige Niveaus zurückgekehrt.
- •Der BDEW plädiert für eine strategische Gasreserve zur Bewältigung von Krisen und extremen Ereignissen.
- •Geopolitische Risiken stellen weiterhin Herausforderungen für die Gasversorgungswege dar.
Das deutsche Wirtschaftsministerium hat erklärt, dass Markteingriffe derzeit nicht notwendig sind, um die Gasversorgung zu sichern. Diese Ankündigung erfolgte während einer speziellen, geschlossenen Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Bundestages, an der Ministerin Katherina Reiche und Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, teilnahmen. Trotz Bedenken über niedrige Gasspeicherstände stellte das Ministerium fest, dass die Speicherstände zum 1. Februar etwa ein Drittel höher waren als gesetzlich vorgeschrieben, wobei die meisten Speicher zwischen 20 % und 40 % ihrer Kapazität hielten. Das Ministerium betonte, dass selbst wenn einige Anlagen ihre Ziele nicht erreichen, die Gasversorgung Deutschlands gesichert bleibt.
Gaspreise und Versorgungsstabilität
Das Ministerium hob auch hervor, dass die Vorbereitungen für die Gasversorgung im Winter in der Verantwortung der Lieferanten und Händler liegen. Der Sommer-Winter-Spread sei Berichten zufolge günstiger als im Vorjahr. Zudem könnten die verfügbaren Pipeline-Kapazitäten in Europa mehr LNG-Importe aufnehmen und so zur Stabilisierung der Versorgung beitragen. Im Januar erlebten die Gaspreise einen leichten Anstieg, sind jedoch seitdem auf etwa 32 Euro pro Megawattstunde zurückgekehrt, ein deutlicher Rückgang von den Spitzenwerten von 59 Euro/MWh im letzten Jahr, was auf ein stabiles Preisumfeld hinweist.
Forderung nach einer strategischen Gasreserve
Der BDEW-Energieverband unterstützt die Ansicht des Ministeriums zur aktuellen Versorgungsstabilität, plädiert jedoch für eine strategische Gasreserve. Diese Reserve würde als wichtiges Instrument zur Bewältigung unvorhergesehener Krisen und extremer Wetterereignisse dienen, insbesondere angesichts der geopolitischen Spannungen, die neue Risiken für die Versorgungswege darstellen. Obwohl das Ministerium sich nicht direkt zur Schaffung einer strategischen Reserve äußerte, erwägt es neue Vorschriften für die Speicherstände und bewertet Maßnahmen zur Verbesserung des Schutzes vor externen Bedrohungen. Jede staatliche Intervention, so betonten sie, sollte nur dann erfolgen, wenn sie die Versorgungssicherheit nachhaltig verbessert, kosteneffizient ist und die Marktteilnehmer nicht von ihren Verantwortungen entbindet. Die laufende Debatte spiegelt ein breiteres Anliegen zur Energiesicherheit wider, da Deutschland seine Energiezukunft im Hinblick auf Marktdynamik und strategische Vorbereitung navigiert.

