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Spanische Banken expandieren in Lateinamerika trotz Herausforderungen

Auf einen Blick
- •Spanische Banken investieren stark in Lateinamerika, mit Fokus auf Mexiko und Brasilien.
- •Santander und BBVA nutzen ihre Erfahrung, um einen Wettbewerbsvorteil in der Region zu halten.
- •Das EU-Mercosur-Abkommen könnte weiteren Wachstumsmöglichkeiten für spanische Unternehmen bieten.
- •Spanien positioniert sich als Tor für internationale Geschäfte zwischen Europa und Lateinamerika.
Die großen spanischen Banken, Santander und BBVA, nutzen ihre langjährige Erfahrung in Lateinamerika, um von Investitionsmöglichkeiten zu profitieren, trotz Handelskonflikten und politischer Instabilität. Traditionell als Brücke zur Region angesehen, vertiefen diese spanischen Giganten ihre Präsenz in Lateinamerika, insbesondere in Märkten wie Mexiko und Brasilien. Wirtschaftliche Diversifizierung Angesichts der aggressiven Handelspolitik des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, die Zölle auf Brasilien und politische Manöver in Argentinien umfasste, hat sich der wirtschaftliche Fokus Europas auf Lateinamerika verlagert. Spanische Unternehmen, darunter Energieriesen wie Iberdrola und Repsol, haben Milliarden in die Region investiert.
Diese strategische Positionierung zeigt sich besonders im Bankensektor, wo Santander und BBVA eine starke Präsenz in ehemaligen Kolonien und neuen Märkten aufrechterhalten. Trotz US-Zöllen war das wirtschaftliche Umfeld in Lateinamerika relativ stabil, unterstützt durch die lockere Geldpolitik der Federal Reserve. Allerdings könnten bevorstehende Wahlen in Kolumbien, Peru, Brasilien und ein Regierungswechsel in Chile Volatilität einführen. Rosa Duce, Chief Investment Officer bei der Deutschen Bank in Madrid, stellt fest, dass in Mexiko aufgrund der wirtschaftlichen Beschleunigung in den USA Wachstum erwartet wird, während die Wahlen in Brasilien Herausforderungen darstellen könnten. Fokus auf Mexiko BBVA, die größte Bank in Mexiko mit einem Einzelhandelsmarktanteil von 25%, sieht das Land als Dreh- und Angelpunkt für Wachstum. Die miteinander verbundenen Lieferketten zwischen Mexiko und den USA machen es zu einem attraktiven Ziel für europäische Unternehmen, die Stabilität und Zugang zum US-Markt suchen. Álvaro Vaqueiro, Leiter des Investmentbankings von BBVA in Mexiko, hebt das Potenzial des Landes inmitten dieser Dynamik hervor. Das traditionelle Filialnetz der spanischen Banken bietet eine robuste Grundlage für die Finanzierung von Unternehmen. Santander und BBVA konzentrieren sich stark darauf, ausländischen Unternehmen zu helfen, eine Präsenz in Lateinamerika aufzubauen.
Dies stimmt mit den Bemühungen der Europäischen Union überein, Handelsnetzwerke zu diversifizieren, was potenziell die direkten ausländischen Investitionen in der Region steigern könnte. Wettbewerbsvorteil Spanische Banken besitzen einen Wettbewerbsvorteil aufgrund ihres tiefen Verständnisses der lokalen regulatorischen Landschaften, Risiken und Chancen. Sie sind gut ausgestattet mit operativer Infrastruktur und etablierten Beziehungen, die für die Unterstützung von Branchen wie Energie, Lebensmittel, Infrastruktur und Digitalisierung unerlässlich sind, wie von Pedro Jesús Cuadros Solas von Funcas dargelegt. Investitionen in Mexiko Im Jahr 2024 führte BBVA syndizierte Kredite an große Unternehmen in Lateinamerika, hauptsächlich in Mexiko, laut LSEG-Daten. Die Bank plant, 4,57 Milliarden Euro in die mexikanische Wirtschaft zu investieren und hebt die strukturellen Stärken und Wettbewerbsvorteile des Landes hervor. Santander, zweitgrößte Bank in Mexiko, plant eine Investition von 2 Milliarden Euro in den nächsten drei Jahren, wobei die Vorsitzende Ana Botín optimistisch über das Wachstumspotenzial Mexikos ist. Chancen mit Mercosur Europäische Unternehmen haben lange für das EU-Mercosur-Handelsabkommen plädiert, das die Rechtssicherheit erhöhen und die Verlagerung von Lieferketten erleichtern könnte.
José Manuel Rodríguez von Iberdrola betont das Potenzial für spanische Unternehmen, insbesondere bei Energiewenden, sollte das Abkommen zustande kommen. Santander, auf Platz fünf in Brasilien, bedient 18.000 Kunden in 14 Märkten und bietet nicht nur Finanzierung, sondern auch regulatorische Beratung und Währungsrisikomanagement. Strategische Positionierung BBVA hat ein Büro für Unternehmens- und Investmentbanking in São Paulo eröffnet, um seine bereits in Brasilien präsente globale Kundschaft zu bedienen. Verónica Incera von BBVA CIB Südamerika stellt fest, dass die Bank Kunden bei Investitionen in Energiewenden, nachhaltige Infrastruktur und Lieferketten unterstützt. Spanien, als strategisches Tor zum Atlantik, zieht weiterhin internationales Interesse an. Die herausfordernden Beziehungen, die durch die US-Politik unter Trump gefördert wurden, haben Spaniens Attraktivität als alternativer Markt erhöht und Unternehmen aus den USA und China angezogen. Der ehemalige uruguayische Senator Ernesto Talvi fasst dieses Gefühl zusammen und hebt Spaniens wachsende Anziehungskraft als Geschäftszentrum hervor. Abschließend sind Spaniens Banken gut positioniert, um ihre historischen Verbindungen und Marktexpertise in Lateinamerika zu nutzen und eine entscheidende Verbindung zwischen Europa und Amerika zu bieten.
