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BörsenBlick Markteinblicke
Pfizer gerät ins Stocken, während Merck Boden gewinnt Akquisitionen und Pipeline-Fragen definieren die Lücke

Auf einen Blick
- Pfizer hat Merck trotz pandemiebedingter Gewinne aus Paxlovid und Comirnaty unterperformt.
- Eine 43-Milliarden-US-Dollar-Übernahme von Seagen ist nach einem Phase-3-ADC-Rückschlag auf Gegenwind gestoßen.
- Pfizer übernahm Metsera (~10 Milliarden US-Dollar), um Adipositas anzugehen, mit entscheidenden Daten, die für das nächste Jahr erwartet werden.
- Analysten bleiben bei Pfizer vorsichtig JPMorgan senkte sein Kursziel und behielt ein Neutral-Rating bei.
- Mercks jüngste Deals werden als besser positioniert angesehen, um das Keytruda-Patentkliff anzugehen, was das Anlegervertrauen stützt.
Marktanalyse
Die führenden US-Pharmaaktien zeichnen ein gemischtes Bild. Während Eli Lilly neue Höchststände erreicht hat und AbbVie nicht weit dahinter liegt, hat sich eine klarere Spaltung zwischen Merck & Co und Pfizer aufgetan. Mercks Aktien haben Pfizers Aktien in den letzten Monaten deutlich übertroffen, ein Trend, der divergierende Anlegerstimmungen über die Strategie jedes Unternehmens und die kurzfristigen Aussichten widerspiegelt.
Pfizers Probleme kommen nach einem außergewöhnlichen pandemiebedingten Geldsegen. Das Unternehmen erzielte erhebliche Gewinne aus dem antiviralen Paxlovid und zusammen mit BioNTech dem COVID-19-Impfstoff Comirnaty. Voll mit Bargeld wandte sich Pfizer wachstumsgetriebener Akquisitionsstrategie zu, am auffälligsten dem Kauf von Seagen im Jahr 2023 für rund 43 Milliarden US-Dollar, eine Wette auf Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs). Doch einige dieser Wetten haben sich bis heute nicht ausgezahlt. Eine jüngste klinische Enttäuschung mit Seagens ADC Sigvotatug Vedotin in einer Phase-3-Zweitlinienstudie für fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkrebs enttäuschte sowohl Investoren als auch Analysten.
JPMorgan-Analyst Chris Schott reagierte auf die schwachen Daten, indem er sein Kursziel für Pfizer von 30 auf 28 US-Dollar kürzte, während er ein Neutral-Rating beibehielt und auf zusätzliche Auswertungen verwies, die für 2027 erwartet werden. Dieser vorsichtige Ton unterstreicht, wie sehr Pfizers Bewertung jetzt von zukünftigen klinischen Erfolgen und der Rendite seiner Großdeals abhängt.
Strategie und Ausblick
Pfizer positioniert sich auch im Bereich Adipositasbehandlungen. Das Unternehmen zahlte etwa 10 Milliarden US-Dollar für Metsera, um eine Präsenz in diesem schnell wachsenden Markt aufzubauen, und plant, im nächsten Jahr entscheidende Daten zur Adipositas vorzulegen. Ob Metsera und andere Übernahmen neue Umsatzmotoren erzeugen werden, bleibt unsicher, obwohl das Management eindeutig M&A priorisiert hat, um die Umsätze über pandemiezeitige Produkte hinaus zu diversifizieren.
Im Gegensatz dazu rührt die Anlegeroptimismus rund um Merck von der Wahrnehmung, dass dessen jüngste M&A-Entscheidungen ertragssteigernder und besser terminiert waren, um die Auswirkungen des bevorstehenden Patentkliffs für seinen Krebs-Blockbuster Keytruda abzufedern. Merck hat aktiv Wachstum zugekauft, um sich auf diesen Übergang vorzubereiten, und der Markt hat das Unternehmen im Vergleich zu Pfizer mit einer stärkeren Performance belohnt.
Pfizers weiterer Weg hängt von einer Mischung aus klinischen Auswertungen, erfolgreicher Integration von Übernahmen wie Seagen und Metsera sowie dem Nachweis ab, dass seine Pipeline Altumsätze ersetzen kann. Für den Moment spiegelt die Lücke zwischen Merck und Pfizer einen Markt wider, der wahrgenommene strategische Klarheit und kurzfristige Wachstumssichtbarkeit gegenüber vergangenen Pandemiegewinnen bevorzugt.
Kurz gesagt: Pfizer befindet sich im Niemandsland weiterhin eine bedeutende Pharmakraft, aber unter Druck, zu beweisen, dass sein Dealmaking und seine Pipeline-Investitionen in nachhaltiges Wachstum münden, während Merck vom Vertrauen der Anleger in seine jüngsten Schritte profitiert.












